Montag, 20. Februar 2017

Das geschriebene Wort

"Zwischen Terroristen, die Waffen und Bomben tragen, und jenen, die ihre Position, ihren Stift oder ihren Titel den Terroristen zur Verfügung stellen, besteht kein Unterschied", erklärte Präsident Erdogan.

Ist das nicht ein wunderbares Kompliment für die Macht des geschriebenen und gesprochenen Wortes? Ein gottverdammter Gewalttäter fürchtet sich vor einem Leitartikel wie vor einer Kalaschnikow...

Freitag, 17. Februar 2017

Die Stasi und der Blasi

Die Stasi (von Anastasia) ist der südliche (hier: rechte) Turm des Münchner Liebfrauendoms. Der andere Turm ist der Blasi (von Blasius).
Im Erzbistum München und Freising gibt es zwei verfeindete theologische Schulen. Die eine behauptet, bei den beiden Türmen handele es sich um eine bildliche Darstellung der nährenden Brüste Unserer Lieben Frau, die andere meint, es seien die erigierten Phalloi (mitsamt Eichel) von Gottvater und Gottsohn.
Vom Pflaster vor dem Dom werden immer wieder mal Frauen weggekehrt, die sich dort schreiend auf dem Boden wälzen und behaupten, Gott sei weiblich und die Theologie sei eigentlich eine Thealogie. Auf der psychiatrischen Station des Schwabinger Krankenhauses gibt es inzwischen eine eigene Abteilung für dergleichen feministische Närrinnen und Narrhallesen, während es sich der theologische Mainstream im Erzbischöflichen Ordinariat bequem macht.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Von Donau zu Donau





Mein Vater hat noch eigenhändig gegen die Preußen gekämpft. Vom österreichischen Ufer der Oppa aus haben sie Kieselsteine und Lehmbatzen gegen auf dem schlesischen Ufer befindliche Kinder geworfen. Unter dem Absingen patriotischer Schmählieder ("Deutsche verpißt euch, keiner vermißt euch";), versteht sich.
Damit ich's nicht vergesse... Der bayerische König Ludwig II. hat sich als einziger deutscher Monarch geweigert, zur Kaiserkrönung im Januar 1871 in Versailles zu erscheinen. Eine Geste, noch schöner als der Bau von Neuschwanstein. Ich werde dies dem König immer hoch anrechnen, auch wenn seine Mutter eine geborene "von Preußen" war.
Was ich sagen wollte: Heute vor genau 150 Jahren wurde im Saal des Dianabades in der Wiener Leopoldstadt die "Schöne blaue Donau" von Johann Strauß uraufgeführt.
 Die erste Aufführung der Konzertfassung des als opus 314 veröffentlichten Walzers fand am 10. März 1867 im k.k. Volksgarten statt, wir können also nochmal feiern, wenn's (hoffentlich) wärmer ist.
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Ich wohne dort, wo die Donau so weit nördlich steigt wie nirgendwo sonst. Ich werde mich itzt aufmachen und zur Donau wandern (1 km Fußweg) und dort in selbige brunzen. Wenn ihr zur rechten Stunde in Wien, ebenfalls an der Donau seid, könnt ihr einen - wenn auch stark verdünnten - Schluck meines Pipi-Dingses in euer Andachtsflascherl füllen.

Dienstag, 14. Februar 2017

Oswiecim

Als ich am Samstag mit dem Abspülen zugange war, hörte ich im Radio, es sei die polnische Ministerpräsidentin Beata Szydlo in Oswiecim mit ihrem Dienstwagen schwer verunglückt Derlaibelt habe es sie aber nicht, es sei ihr nicht mal sonderlich viel passiert.
Weiter im Abspülen.
Doch warte mal... Oswiecim... den Namen kenn ich doch, wenngleich er mir im Moment nichts sagt. Einige Sekunden später kommt die Erinnerung: Oswiecim ist der polnische Namen des einstmals österreichischen, später dann grauenvoll deutschen Ortes Auschwitz. Öha!
Es wird wohl doch Unkenntnis gewesen sein, eine Unkenntnis, die ich einem Dschornalisten, einem Spezialisten für Sprache und Zeitgeschichte, nur ungern durchgehen lasse.
Aber was soll's, es ist Wochenende. Auch das sündige, des Ehebruchs überführte Weib, das man vor Jesus gebracht hatte, fand Gnade. "So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige hinfort nicht mehr!" (Joh. 8,11)

Vor mittlerweile doch schon etlichen Jahren wurde vor meinen Augen der k.u.k-Kaiser Franz Joseph I. von Österreich (Sissy, eh schon wissen) als Herzog von Auschwitz tituliert. In meinem einfältigen Gemüte dachte ich bei mir, das sei nun doch etwas übertrieben. Ich mein, daß der letzte Kaiser von Österreich ein Trottel der Sonderklasse war, darüber können wir uns wahrscheinlich verständigen. Aber "Herzog von Auschwitz", ich mein, was hat der alte Depp mit den Konzentrationslagern der Nazis zu tun?
Ich mußte mich belehren lassen, "Herzog von Auschwitz" sei keine Beschimpfung, sondern Teil des sogenannten "Großen Titels des Kaiser von Österreich". Noch meine Oma und desgleichen mein Opa mußten in der Schule diesen "Großen Titel" auswendig lernen. Dies gilt auch für die andere Seite, die väterliche Oma und den entsprechenden Opa (letztere beide habe ich nie kennengelernt).

Sonntag, 12. Februar 2017

Kinderpornograph kann sich Verhaftung entziehen

In welchen Zeiten leben wir denn?

Mehr als fünf Jahre lang hat die Polizei nach dem Diakon Charles Lutwidge Dodgson gefahndet, jetzt hat sich Dodgson in letzter Minute und unwiderruflich der Verhaftung entzogen.
Neben seiner Tätigkeit als Geistlicher war Dodgson auch als Mathematiker und Photograph tätig. Um die Polizei irrezuführen hatte sich Dodgson schon früh den Aliasnamen Lewis Carroll zugelegt, unter welchem er Kinder(!)geschichten veröffentlichte, die gar nicht mal so schlecht geschrieben waren.
Hätte er es nur dabei belassen, die Polizei hätte sich nie für ihn interessiert.
Daß er auch Briefe an kleine Mädchen geschrieben (und abgeschickt!) hat, hat die Behörden mißtrauisch gemacht. Bei einer Hausdurchsuchung wurden bei ihm Photos, in Farbe oder Schwarz-Weiß, von mehr oder weniger nackten Mädchen weit vor der Pubertät gefunden. Carrolls kackdreiste Ausrede, die er brieflich hatte übermitteln lassen, es seien bei den Aufnahmen stets die jeweiligen Mütter anwesend gewesen, erwies sich zwar als richtig, aber wir wissen ja, wie sehr bestimmte Leute auch beim Aussprechen der Wahrheit lügen. (Siehe auch S. Freud: Lügen wirklich alle Wiener?", Wien/Frankfurt, 1712)
Obzwar der Aufenthaltsort Carrolls den Behörden bekannt ist (Mount Cemetery in Guildford), erscheint ein direkter polizeilicher Zugriff kaum möglich.
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Montag, 23. Januar 2017

Arnschwang

Nur ein Buchstabe, und doch...

Jedes Jahr Ende Januar feiert man in der Gemeinde Arnschwang im Bayerischen Wald jenen Tag, da man vor über ziemlich viel Jahren gegen Zahlung einer geringen Gebühr vom Herzog das Recht erworben hatte, ein zweites "n" in den Ortsnamen einfügen zu dürfen.

Mein Vater ist ein Graf....

Wer fotografiert, muß damit rechnen fotografiert zu werden. Wer nicht fotografiert, muß auch damit rechnen, so ist es nicht.

Am Fuß der Blauen Berge



Die Rocky Mountains, von Osten aus gesehen.
Weißt eh, wennst gleich hinter Laramie leicht nach Süden und stramm nach Westen gehst, dann siehst du sie auf einmal vor dir, die Rockies.

Umlaufende Gerüchte, es handele sich hier um die Bayerischen Alpen, und zwar dort, wo die Alpen noch üben, ein Gebirge zu sein, entbehren jeglicher Grunzlage.

Donnerstag, 19. Januar 2017

Italiano è così leggero

Ma oggi è caldo, ma oggi è caldo,ma oggi è sacramentalmente caldo.
ALTO BAVARESE POPOLOCANZONE

Dienstag, 17. Januar 2017

Eis-Irrsinn

 So stand's vor kurzem in der Münchner "tz". Und so ging's weiter, den Irrsinn zu illustrieren.
Der Kleinhesseloher See. Der Kleinhesseloher See ist ein künstlich angelegter See im Englischen Garten. Jeder Münchner und jeder zweite Bayer weiß, daß der Kleinhesseloher See eine maximale Wassertiefe von 60 cm hat. Lustig ist es bestimmt nicht, bei eisigen Außentemperaturen bis über's Knie im kalten Wasser zu stehen, aber Lebensgefahr ist dann doch anders.