Montag, 10. Oktober 2016

Nix waschen im Waschbecken

Welcher Idiot hat eigentlich behauptet, Sprache diene der Verständigung?

Dies hat mein Sohn im Waschraum am Strand von Paestum (SA) gesehen und dokumentiert.
Ich übersetze mal schnell: "Es ist strengstens verboten, Badeanzüge, Füße und irgendwelche anderen Dinge in den Waschbecken zu waschen. - Die Direktion"

Von der deutschen Sprache heißt es, sie sei nix leicht für doitsches Mänsch. Die italienische Sprache ist anscheinend auch nicht besser.

Sonntag, 9. Oktober 2016

Komm und fick mich jetzt

Seit einiger Zeit bekomme ich mehrmals am Tag von einer gewissen Kendra eine E-Mail mit dieser Botschaft geschickt: "Komm und fick mich jetzt, oder ich werde ein anderes Mannchen zu finden."
Das ist eine knallharte Nötigung. Einerseits. Andererseits bekommt man so ein Angebot nicht jeden Tag. Ja, okay, ich bekomme es derzeit jeden Tag, aber normalerweise...
Was soll ich machen, Leutinnen und Leute? Soll ich mein Herz (oder was immer) dieser Kendra schenken? Und wenn ja... wie finde ich diese Kendra?
Ob's nicht 1 Jammer ist?

Freitag, 9. September 2016

Goya, oh ja


Was der Louvre in Paris für Frankreich ist, das ist der Prado in Madrid für Spanien. Und was die Mona Lisa für den Louvre ist, das ist "Der Koloß" von Francisco Goya für den Prado. "Der Koloß" gilt als das Meisterwerk Goyas, der uns noch so viele andere Meisterwerke hinterlassen hat. Das Bild ist das Schmuckstück des Prado und es zählt zu einem der am meisten von der Fachliteratur behandelten Gemälde.
Alles Vergangenheit, dies. Denn, wie es im Leben manchmal so geht: Vor einiger Zeit entdeckte man in einer Ecke des Bildes ein verstecktes Kürzel, das Experten als die Initialen "AJ" identifizierten. Das Bild ist inzwischen 200 Jahre alt und der Laie frägt sich natürlich, wieso diese Entdeckung nicht schon längst gemacht worden ist. Immerhin ist der Koloß eines der bestdokumentierten Werke der Kunstgeschichte. Legionen von Experten haben im Laufe von 200 Jahren das Bild sehr, sehr genau untersucht, kunstgeschichtlich, kunsttheoretisch und natürlich auch naturwissenschaftlich.
Wie auch immer:
Das Kürzel "AJ" deutet nicht auf Francisco Goya hin, das wurde selbst den Experten klar, sondern vielmehr auf Asensio Juliá, einen Schüler Goyas, der - klar - auch in Goyas Werkstatt gearbeitet hat.
Und nun gingen den Experten die Augen auf: Das Prado-Museum veröffentlichte ein Gutachten, das ein Team von Experten verfaßt hatte, welche den "Koloß" mehre Monate lang untersucht hatte (ntv-de vom 26.01.2009). Das Werk passe nicht zum Stil Goyas hieß es dort und: "Es gibt markante Unterschiede zwischen dem "Koloss" und den Meisterwerken Goyas, deren Urheberschaft dokumentiert ist. (...) Bei richtigem Licht betrachtet wird deutlich, dass die dürftige Technik, das Licht und die Farbtöne nicht dem Niveau Goyas entsprechen." Die Gutachter hoben ferner hervor, dass das Gemälde perspektivische Fehler aufweise, die einem Perfektionisten wie Goya niemals unterlaufen wären.
Das sind starke Worte, kühne Worte. Dem großen Meisterwerk Goyas, das zu den bedeutendsten Meisterwerken der Malerei gezählt wurde, wird nun auf einmal "dürftige Technik" nachgewiesen, man findet jetzt plötzlich Fehler in der Perspektive, die einem Perfektionisten wie Goya niemals unterlaufen wären. Waren die Leute vorher alle blind gewesen?

Dienstag, 30. August 2016

Löwenburka

Wenn das Burkaverbot erst mal durch ist, wird endlich Schluß sein mit dem Mummenschanz dieser Schlampinnen und Schlampen.


Donnerstag, 25. August 2016

Edeltraud Graslinger aus Pieding bei Bad Reichenhall


Edeltraud, oh Edeltraud
Du hosd a sauguads Gros obaut.


Apropos Bad Reichenhall... Noch badder than Reichenhall is only Leroy Brown (bad, bad).

Kindersex - Schockierend!

Kindersex?



Mir doch Banane.

Freitag, 19. August 2016

Die Reventlow und meine Oma, die Emanze

Meine Oma war bereits als alte Jungfer verschrien, als sie endlich doch geheiratet hat, mit 25 Jahren. Sie war als Dienstmädchen in Wien tätig gewesen, damals, als noch in Schönbrunn der Kaiser Franz Joseph I. eine Weltmacht regierte.
Sie hat diesen Job - damals kannte man dies Wort im deutschsprachigen Raum noch nicht - angenommen, um so viel Geld zu sparen, daß sie damit in Wien einen Milchladen eröffnen konnte. Ihr Auserwählter, mein Opa also, war Berufssoldat, Unteroffizier in der k.u.k.-Armee. Damals war es noch so, daß ein Soldat, der heiraten wollte, dem Kaiser eine Ablösesumme zahlen mußte. Anders als heute beim Fußball wechselte der abgelöste Soldat nicht vom FC Austria zur Spvgg Germania, der abgelöste Soldat erwarb damit nur das Recht, trotz Heirat weiter Soldat bleiben zu dürfen. Der österreichische Kaiser war so seriös wie ein Hütchenspieler.
Wie auch immer, mein Opa hätte diese Summe nicht aufbringen können, so daß meine Oma ihren Traum vom Milchladen dahingab und stattdessen mit dem Geld meinen Opa loskaufte, man könnte auch knallhart sagen: kaufte.
Eine emanzipierte Powerfrau der Sonderklasse, der gegenüber die oft genannte und viel gepriesene Franziska Gräfin zu Reventlow ein matter Abklatsch war. Die "Königin der Freien Liebe" hat irgend ein Narr sie genannt. Irgend jemanden ein bisserl seinen Schwanz in ihre Möse stecken zu lassen... was ist das schon? Jedes blöde Weibsstück, das von nix was versteht, tut das auch. Was hat die Reventlow hinterlassen? Ein kleines bisserl Literatur, das längst vergessen wäre, wären da nicht ihre Amuhren. ([1])
Meine Oma dagegen... Sie hat immerhin mich hinterlassen.
Ja, leck mich doch am Arsch! Wenn das nix is, dann is nix was.



[1]   Ich mein, ihre Texte sind auch so längst vergessen.

Samstag, 30. Juli 2016

Arschenbecher


Auf seiner hoch über der Brenz gelegenen Burg saß pfeiferauchend Graf Ro­land von Heidenheim und wartete voll Ungeduld auf das Erscheinen der Bi­­be­l­­übersetzung von Dr. Martin Luther.
Graf Rolands Interesse an Literatur hielt sich in Grenzen. Wie viele der Tradition verpflichtete Adelige seiner Zeit konnte er schlecht lesen und gar nicht schreiben. Da er aber ein starker Raucher war, hatte er nicht lange gezögert, als das Druck- und Verlagshaus Johann Gutenberg zu Mainz die
Gantze Heilige Schrift Teutsch 

zum sagenhaft günstigen Subskriptionspreis von 60 Gulden anbot. Zwei Nürnberger Kaufleute hatte Graf Roland entführen müssen, um sich vom Lösegeld dieses Sonderangebot leisten zu können.
Als die Heilige Schrift nach einigen Verzögerungen versandtechnischer Art endlich bei Graf Roland angelangt war, legte dieser wohlig aufseufzend seine Pfeife beiseite und griff nach dem Wort Gottes, von dem er sich Erlösung erhoffte.
Mit einem scharfen Messerchen schnitt er die erste Seite heraus, um dann daraus mit einer Schere ein Stückchen Papier zu schneiden. Aus seinem Tabaksbeutel holte er ein wenig des getrockneten Krautes, legte die braunen Krümelchen auf das Stückchen Papier und drehte sich dann mit geschickten Fingern eine Ta­bakstange. Mit einem Stückchen Holz aus dem brennenden Kamin war die Zi­garette schnell angezündet und Graf Roland tat einen tiefen Zug.
Das war entschieden etwas anderes als die verdammte Pfeife, auf die er seit mehr als einem Jahr hatte ausweichen müssen. Leichter zu handhaben, lag die Zigarette auch noch eleganter in der Hand als der von seinem Vater ererbte Tabakschmurgler. Und das Papier...
Der Buchdruck brachte entschieden einen neuen Wind in diese alte Zeit. Das Hadernpapier des Johann Gutenberg hatte im Rauch entschieden weniger störenden Eigengeschmack als das aus der Bauchhaut von jungen Schafen gefertigte Pergament. Graf Roland schauderte, wenn er an den tie­rischen Nachgeschmack der mittelalterlichen Handschriften zurück­dachte.
Wie sehr er den Alten Zeiten auch anhing, Graf Roland fair genug, die Verdienste der Neuen Zeit dort anzuerkennen, wo er sie erkannte.
Nachdem er auf diese Weise fast die ganze Heilige Schrift in­haliert hatte, zeigte sich die wundertätige Kraft von Gottes Wort. Beim Rauchen der Geheimen Offenbarung des Apostels Johannes wurde Graf Roland die Erkenntnis zuteil, es müsse erheblich preis­gün­sti­ger sein, statt eines Buches lediglich Papier zu kau­fen.

So gingen die Jahre ins Land und Graf Roland rauchte still und zufrie­den Zigarette um Zigarette. Mit zart-eleganter Ge­ste, die so gar nicht zu seiner sonstigen Art passen mochte, klopfte er in regelmäßigen Zeitabständen die Asche ab. Sorgfältig zertrat er die Kippen auf dem Steinboden seiner Gemächer.
"Hier sieht es aus wie in einem Saustall", sagte die Gräfin mehr als einmal, wenn sie Mühe hatte, durch die dicke Schicht Asche und Kippen zu waten. Sie hatte recht, das zwar. Aber man muß wissen, daß mittelalterli­che Burgen, als sie noch bewohnt waren, nichts anderes waren als zu Fe­stungen ausgebaute Schweineställe.
Graf Roland, der nie einer Fehde aus dem Wege ging und stets zum blutigen Kampf bereit war, suchte Streit mit der Grä­fin zu vermeiden, und er wußte warum. Ihm, der Massa­ker liebte, wie andere Leute Sackhüpfen, ging der häusliche Frieden über alles. Also dachte Graf Roland nach, wie er seine Gemächer von Asche und Kippen sauberhalten konnte, ohne deswegen zum Rauchen auf den Balkon ausweichen zu müssen. Da er zu keinem Ergebnis kam, fragte er jeden, dem er begeg­nete, nach einer Lösung für sein Problem. Alle aber zuckten mit den Schultern und wußten ihm keinen Rat. Und so füllten sich Graf Rolands Ge­mächer mit Asche und Kippen und die Ehekrise der von Heidenheims wuchs sich zur Gemächerschlacht aus.
Die Dichter aber, sie wissen alles. Als Ramwold, der Minnesänger, auf seiner Deutschland-Tournee auch die Burg Heidenheim besuchte, erwuchs dem Grafen Rettung. "Lasse dir doch", sagte Ramwold lachend, "vom Töpfer ei­nen Aschenbecher machen."
Graf Roland leuchtete dies ein und er schickte nach Niklas Hainzlmayr, dem besten Töpfer von Heidenheim.
"Mache du mir", sagte der Graf zum Töpfer, "einen Aschenbecher, auf daß es mir wohlergehe und du lange lebest auf Erden."
Niklas, der Töpfer, hatte den drohenden Unterton in Graf Rolands Worten nicht überhört und versicherte eifrig, daß er sein Bestes geben werde, dem Herrn Grafen den Wunsch nach einem Arschenbecher zu er­füllen.
Nun ist es umstritten und wird für immer ungeklärt bleiben, ob Niklas, der Töpfer, schon ein wenig schwerhörig war oder Graf Roland etwas undeutlich sprach, der Zigarette wegen, die er zwischen den Lippen hielt. Klar ist und eindeutig bleibt, daß der Töpfer Hainzlmayr zeitlebens der Überzeugung blieb, Graf Roland habe ihm den Auftrag zur Anfertigung eines Arschenbe­chers gegeben.
Wie viele schwäbische Ingenieure und Handwerker seiner Zeit - und dies bis heute - war auch Niklas ein hoffnungsloser Optimist und so vertreute er darauf, er würde daheim, in der Werkstatt, schon drauf kommen, was Graf Roland mit dem Worte "Arschenbecher" gemeint haben könnte.
Niklasens Hoffnungen erfüllten sich nicht und so fand Edeltraud, die Töpferin, eines Nachts den Töpfer betrübt in seiner Werkstatt sitzen.
"Was sitzt du so spät noch und grübelst düster?" fragte Edeltraud ihren Gemahl.
"Ach, Frau", antwortete dieser seufzend. "Ich soll dem Grafen einen Ar­schenbecher fertigen, niemand aber vermag mir zu sagen, was das ist."
Frau Edeltraud mußte einsehen, daß dies wohl ein schweres Problem sei, mach­te sich aber unverdrossen ans Werk. Sie unterzog das Wort "Ar­schen­be­cher" der semantischen Ana­lyse, so wie sie dies vom Schulmeister einst gelernt hat­te. Bald hatte sie die Wort­be­stand­tei­le "Arsch" und "Becher" heraus­prä­pa­riert, was sie aber nicht wei­ter­brachte, obwohl ihr die Worte ver­traut waren. Erst als sie die Wort­be­standteile wieder zusammenfügte, wur­de ihr der Wunsch des Grafen so deut­lich wie eine Marienerscheinung.
Graf Roland, so verkündete sie ihrem stau­nen­den Gemahl, wünsche einen Ar­schenbecher. Und sie entwarf ihm einen Arschenbecher, wie die Welt zuvor noch nie einen Arschenbecher gese­hen hatte.
Nun, da die theoretischen Probleme gelöst waren, war die Anfertigung ein Kinderspiel für den besten Töpfermeister der Stadt. Schon drei Tage später konnte Niklas Hainzlmayr dem Grafen Roland seinen Arschenbecher überreichen.
Graf Roland war zufrieden und er belohnte den Tö­­pfer reich. Die Größe des Aschenbechers über­­raschte ihn zwar, erfreute ihn aber wegen des gro­ßen Fassungsvermögens.
Viele Jahre benutzte Graf Roland seinen Aschen­­becher, zur großen Freude der Gräfin, welche nun in den Gemächern des Grafen nur noch den burgüblichen Saustall vorfand.
Obwohl der Lungenkrebs noch nicht erfunden war, forderte das ständige Rauchen des Grafen schließlich doch seinen Preis. Im neunundsiebzigsten Jahre stehend, wurde er das Opfer seiner Leidenschaft. Wäh­rend der Belagerung Bietigheim-Bissingens wurde er des nachts von einem feindlichen Armbrustbolzen durchbohrt, als er gerade dabei war, sich einen Freudenstengel anzuzünden.
Mit dem Tode von Graf Roland übernahmen Nichtraucher die Herrschaft über Burg und Land. Der Aschenbecher wurde zum nutzlos herumstehenden Möbel, bis 43 Jahre später Graf Eberhard von Heidenheim auf die Idee kam, die hübsche Keramik als Kloschüssel zu verwenden.
200 Jahre später erfand ein anderer schwäbischer Ingenieur und Handwer­ker die Ableitung der Exkremente aus der Kloschüssel. Die 200 Jahre bis dahin gelten als die schlimmsten in der Geschichte der Burg.

Freitag, 22. Juli 2016

Geheimabkommen: Durchfahrt nur für Österreicher

Das hier ist die Steinerne Brücke zu Regensburg, beziehungsweise ein Brückenbogen davon.

Was schon rein farblich aus dem Brücken- und Donaugrau heraussticht ist das Verkehrszeichen. Ich sprach einen zufällig dort herumsitzenden Angler an und frug ihn, was das Schild wohl bedeuten solle. "Es heißt", antwortete der freundliche Mensch, "daß unter der Steinernen Brücke nur Österreicher durchfahren dürfen". - "Und die Deutschen, die Holländer?" - "Denen geht es wie den Bulgaren, Ungarn, Russen etc. pp. Sie müssen hier umkehren und zurück nach Rußland oder Holland fahren. Oder sie verkaufen ihr Schiff für 43 Euro an Österreich."

Einer slowakischen Schifferin", fuhr der Angler fort, "soll es unter Verweis auf Kaiser Franz Joseph I. einmal gelungen sein, sich als Österreicherin auszugeben und die österreichisch-bayerische Freundschaft zu betonen." (Man beachte die weißblauen Socken.)
Wie auch immer, einem aufrechten bayerischen Patrioten wie mir verkrampft sich bei solchen Worten das Herz. "Wie kann es sein", so seufzte ich den Petrijünger an, "daß irgendwelche Ausländer zweifelhaftester Abkunft sich in Bayern mehr Freiheiten herausnehmen dürfen als ein Bayer, dessen Familie bis auf das Türkenmariandl von anno 1683 zurückgeht?"
Das könne sein, so wurde ich belehrt, weil es ein Geheimabkommen zwischen Bayern und Österreich gebe, dergestalt, daß die Österreicher sich verpflichteten, sich wie ultra-beknackte Arsenlöcher zu benehmen, auf daß die Bayern im Vergleich ausgesprochen freundlich wirkten.
Eine saublöde Theorie, oder? Aber sein könnt's schon. Wann immer ich ein Bild vom Burli sehe gefällt mir der Seehofer wieder. Und das heißt was.
Allerdings gibt es immer weniger Österreicher in Bayern, seit sich die anti-austriakischen Gewaltexzesse in Bayern häufen. Die wenigen, noch verbliebenen Österreicher hierorts sprechen Englisch, damit sie nicht so auffallen. Aber, im Vertrauen, der österreichische Akzent schlägt auch dann noch durch, wenn der Österreicher Englisch, Italienisch oder Kirgisisch spricht.

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Die Piefkes werns nicht unbedingt wissen: "Das Burli" ist der österreichische Außenminister.

Sonntag, 22. Mai 2016

Roberto Herrmann und die Folgen

Kein Lebensmittelskandal, es geht gottlob nur um einen inkompetenten Journalisten, nicht um einen unfähigen Metzger
Auf obigen Twittereintrag bin ich im September 2015 gestoßen. Eine wirklich schockierende Sache, die mich aus den Latschen hat kippen lassen. Es ist dabei weniger der Umstand, daß man sich zwar eines Zuschauers sicher sein kann, dann aber nicht vermutlich, das sind so kleine Schlampereien, die passieren mal. Aber sich "einem Zuschauer sicher sein"... [1] Man bedenke, daß der Tweet nicht von irgendeinem Twitter-User stammt, sondern von einem Journalisten beim ZDF.
Würde ein Metzger in seinem Beruf so schlampig arbeiten wie viel zu viele Journalisten, man spräche von einem Lebensmittelskandal.



[1]        Dabei ist eines Genitivs heutzutage auch nicht teurer als einem Dativ.

Montag, 25. April 2016

Die Tragödie vom Tee

Ich trinke sehr gerne Tee, ich mein, schwarzen, grünen, weißen Tee von der Pflanze thea siniensis.
Aber, das ist auch klar, das Leben hat mich gelehrt, vorsichtig zu sein. Wenn mich eine bis dato nicht oder wenig bekannte Frau (die Betonung liegt auf "Frau") frägt, ob ich eventuell einen Tee möchte, werde ich vorsichtshalber immer sagen, daß mir ein Kaffee recht wäre.
Denn so ist das Leben: Sie frägt mich, ob ich einen Tee möchte, ich nicke begeistert und in 99,3 % der Fälle stellt mir die Frau einen irgend gearteten Pflanzenabsud hin: Kamillentee, Magen- oder Beruhigungstee. "Du wirst sehen, der tut dir sehr gut." So gut wie nie kriegst du von einer Frau einen Darjeeling, einen Keemun Congou, einen Yünnan oder Oolong serviert. Was immer Frauen an Freuden zu spenden vermögen, ein guter Tee ist nicht darunter.
Falls doch - sofort heiraten!

Sonntag, 17. April 2016

Gefickt sei deine Mutter

Eine Schmähkritik am türkischen Sultan

1676, zu Beginn des Osmanisch-Russischen Krieges verlangte der türkische Sultan Mehmed IV. von den Saporoger Kosaken die Unterwerfung. [1]
Ich, Sultan und Herr der Hohen Pforte, Sohn Mohammeds, Bruder der Sonne und des Mondes, Enkel und Statthalter Gottes auf Erden, Beherrscher der Königreiche Mazedonien, Babylon, Jerusalem, des Großen und Kleinen Ägyptens, König der Könige, Herr der Herren, unvergleichbarer Ritter, unbesiegbarer Feldherr, Hoffnung und Trost der Muslime, Schrecken und großer Beschützer der Christen, befehle euch, Saporoger Kosaken, freiwillig und ohne jeglichen Widerstand aufzugeben und mein Reich nicht länger durch eure Überfälle zu stören.
Sultan Mehmet IV. [2]
Daraufhin sollen [3] die Kosaken einen Brief an den Sultan verfaßt haben.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/79/Ilja_Jefimowitsch_Repin_-_Reply_of_the_Zaporozhian_Cossacks_-_Yorck.jpg
Du türkischer Teufel, Bruder und Genosse des verfluchten Teufels und des leibhaftigen Luzifers Sekretär! Was für ein Ritter bist du zum Teufel, wenn du nicht mal mit deinem nackten Arsch einen Igel töten kannst? Was der Teufel scheißt, frißt dein Heer. Du wirst keine Christensöhne unter dir haben. Dein Heer fürchten wir nicht, werden zu Wasser und zu Lande uns mit dir schlagen, gefickt sei deine Mutter!
Du Küchenjunge von Babylon, Radmacher von Mazedonien, Ziegenhirt von Alexandria, Bierbrauer von Jerusalem, Sauhalter des großen und kleinen Ägypten, Schwein von Armenien, tatarischer Geißbock, Verbrecher von Podolien, Henker von Kamenez und Narr der ganzen Welt und Unterwelt, dazu unseres Gottes Dummkopf, Enkel des leibhaftigen Satans und der Haken unseres Schwanzes. Schweinefresse, Stutenarsch, Metzgerhund, ungetaufte Stirn, gefickt sei deine Mutter!
So haben dir die Saporoger geantwortet, Glatzkopf. Du bist nicht einmal geeignet, christliche Schweine zu hüten. Nun müssen wir Schluß machen. Das Datum kennen wir nicht, denn wir haben keinen Kalender. Der Mond ist im Himmel, das Jahr steht im Buch und wir haben den gleichen Tag wie ihr. Deshalb küß unseren Hintern!
Unterschrieben: Der Lager-Ataman Iwan Sirko mitsamt dem ganzen Lager der Saporoger Kosaken.

Mit so einem Brief fällst du durch jede Aufnahmeprüfung für den Diplomatischen Dienst. Wahrscheinlich zieht sogar die Rechtsabteilung des ZDF seine juristische Unterstützung zurück, wenn du so was schreibst.
Interessant ist ein Detail aus dem Gemälde von Ilja Repin von 1891:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Saporoger_Kosaken_%28Repin%29_-_Kosak_mit_Schafsfellmütze.jpg

Man achte auf den sorgenvollen Mann links hinter dem lachenden Kosaken. Es handelt sich hierbei, wie unschwer zu erkennen ist, um Wladimir Putin, der um seine guten Beziehungen zur Türkei fürchtet.


[1]   Der Artikel ist teilweise aus der Wikipedia abgeschrieben. Drauf aufmerksam gemacht hat mich ein Facebook-Beitrag von Leander Sukov, der es wiederum von Christian Brandes hat.
[2]   Dieser Sultan Mehmet IV. hatte anscheinend generell kein glückliches Händchen, 1683 ist ihm ein militärischer Ausflug nach Wien gründlich mißlungen. So gründlich, daß damit das Ende der osmanischen Vorherrschaft über den südlichen Mittelmeer-Raum eingeläutet wurde. (Bei Moslems sagt man wahrscheinlich nicht "eingeläutet", sondern "einmuezziniert".)
[3]   Die Quellenlage ist ein bißchen ungenau.

Samstag, 2. April 2016

Die Zehn Gebote

Gemeinhin wird nicht gerne darüber gesprochen, aber am Anfang der Abendländischen Ethik, die, wie so vieles aus dem Morgenland kam, stand ein relativ unerfreulicher Vorfall.
Als Moses auf dem Berg Sinai war, die Zehn Gebote zu empfangen, hatte das Volk sich ein goldenes Kalb gemacht und ein Fest gefeiert.
Mose wandte sich und stieg vom Berge und hatte zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand, die waren beschrieben auf beiden Seiten. Und Gott hatte sie selbst gemacht und selber die Schrift eingegraben. Da nun Josua hörte des Volks Geschrei, daß sie jauchzten, sprach er zu Mose: Es ist ein Geschrei im Lager wie im Streit. Er antwortete: Es ist nicht ein Geschrei gegeneinander derer, die obliegen und unterliegen, sondern ich höre ein Geschrei eines Singetanzes.
Als er aber nahe zum Lager kam und das Kalb und den Reigen sah, ergrimmte er mit Zorn und warf die Tafeln aus seiner Hand und zerbrach sie unten am Berge (...) Da nun Mose sah, daß das Volk zuchtlos geworden war (denn Aaron hatte sie zuchtlos gemacht, zum Geschwätz bei ihren Widersachern), trat er an das Tor des Lagers und sprach: Her zu mir, wer dem HERRN angehört! Da sammelten sich zu ihm alle Kinder Levi. Und er sprach zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Gürte ein jeglicher sein Schwert um seine Lenden und durchgehet hin und zurück von einem Tor zum andern das Lager, und erwürge ein jeglicher seinen Bruder, Freund und Nächsten. Die Kinder Levi taten, wie ihnen Mose gesagt hatte; und fielen des Tages vom Volk dreitausend Mann. Da sprach Mose: Füllet heute eure Hände dem HERRN, ein jeglicher an seinem Sohn und Bruder, daß heute über euch der Segen gegeben werde.
Am Anfang der Weltkarriere der 10 Gebote ("Du sollst nicht töten", wir erinnern uns) stand ein Massaker.
Aaron, der angeblich maßgeblich verantwortlich für das Goldene Kalb und die Zuchtlosigkeit des Volkes war, wurde nicht erschlagen, denn er war der Bruder von Moses. Am Anfang der abendländischen Ethik stand also auch die Freunderlwirtschaft.

Donnerstag, 31. März 2016

Moslems zünden Kirche in Salzburg an

Das habts jetzt davon, ihr Gutmenschen

Im deutschsprachigen Internet wimmelt es  von Huhu-die-bösen-Moslems-Meldungen. Der Anteil dubioser bis äußerst dubioser Meldungen ist dabei so hoch, daß man jede derartige Meldung - wirklich je - de! - penibel nachrecherchieren müßte. Das Blöde dabei ist, daß das Recherchieren sehr viel mühsamer und zeitaufwendiger ist als das immer neue Erfinden von Greuelstories von der Wilden Sau.
Vor zwei, drei Jahren ging eine Meldung durch's Netz, es hätten militante Moslems eine Kirche in Salzburg angezündet. Zum Beweis lag dem Blogbeitrag dieses Bild bei:
Das ist ja übel, denkst du dir, was diese Moslems da wieder angerichtet haben. Dann fällt dir das Kreuz auf, das eine in katholischen Ländern gar nicht übliche Form hat. Ja, gut, könnte auch eine griechisch- oder russisch-orthodoxe Kirche in Salzburg sein. Aber die Feuerwehrmänner sahen ebenfalls nicht so aus, wie ich mir Salzburger Feuerwehrmänner vorstelle.
Ich suchte im Netz und fand schließlich einen Reisebericht aus der Geo-Reisecommunity:
Dort war zu lesen: "5. August 2004. Letzte Nacht hatte es stark geregnet und wir mussten in aller Frühe die Zelte in einem halbnassen Zustand verpacken. Doch dann ging es los nach Yelizovo einer Vorstadt von Petropavlovsk. In Yelizovo liegt auch der Flughafen.
Als wir ankamen wurden wir Zeuge, wie die russisch orthodoxe Kirche des Ortes brannte. Fünf Feuerwehrfahrzeuge versuchten den Brand zu löschen. Allerdings war schon der gesamte Dachstuhl abgebrannt inklusive den beiden Zwiebeltürmchen. Aber es gelang zumindest den unteren Bereich der Kirche zu retten."
Oh! Petropavlovsk, Kamtschatka. Und 2004. Das ist ein paar Jahre von jetzt und einige Kilometer von Salzburg und dem Salzkammergut entfernt. Die Halbinsel Kamtschatka liegt ganz weit hinten in Rußland, östlicher noch als Japan.

Dienstag, 29. März 2016

Die gutherzige Gerda

Zur Politischen Ökonomie der Zauberfeen


In grauer Vorzeit, als unsere alt gewordene Welt noch jung und bunt war und erfüllt von Leben, lebte im Lande König Gunthers der arme Köhler Kunz.
Der arme Köhler Kunz war Köhler und hieß Kunz, weil schon sein Va­ter Köhler gewesen war und Kunz geheißen hatte. Arm war er aus den nämlichen Gründen. Dem armen Köhler Kunz konnte so leicht keiner etwas vormachen. Er war nicht mehr der Jüngste, er kannte das Leben und das Leben kannte ihn, und die beiden mochten sich nicht besonders.
Auf seine Köhlerhacke gestützt, starrte Kunz in den träge vor sich hinglimmenden Holzkohlenmeiler, als er eine Erscheinung hatte.
Erst war ein Flimmern und Flackern um ihn, dann erschien aus dem Nichts und Nirgendwo eine schöne, junge Frau in der Lichtung des Waldes.
„Wer bist du?“ fragte der Köhler, der von dergleichen Erscheinungen schon gehört hatte.
„Ich bin die Wunschfee Ger­da und ich habe beschlossen, dir drei Wünsche zu erfüllen.“
„Und was wünscht man bei sol­chen Gelegenheiten für gewöhnlich?“
„Hast du keine Wünsche aus dir selbst?“
„Na ja, mehr als drei. Das ist mein Problem.“
„Laß Herz und Verstand sprechen und entscheide spontan.“
Kunz hatte von beidem nicht im Übermaß und so setzte er sich ins Gras, barg den Kopf in den schweren Grübelhänden und dachte nach. „Ich möchte,... nein, warte... - Ich glaube, ich möchte König sein“, sagte er dann plötzlich.
„So sei es“, sprach Gerda feierlich, streckte ihre Finger aus und die Finger machten „blimp“.
Einen Moment lang ­dachte Kunz, es habe sich nichts verändert. Dann sah er das edelsteinblinkende Szepter in seiner Rechten, sah den purpurnen Königsmantel von seiner Schulter hängen und spürte die goldene Krone auf seinem Haupt.
Eine Weile stand König Kunz da und konnte sein Glück nicht fassen. Bis ihn jähe Panik erfaßte.
Hastig warf er den Krönungsmantel ab, legte Krone und Szepter darauf. Unerachtet ihm eine Dame dabei zusah, riß er sich auch die übrigen Königsgewänder vom Leib. Da Purpur, Gold und Edelstein immer noch glitzerten und blinkten, griff der König nach der Köhlerdec­ke und warf sie rasch über die funkelnde Pracht.
Nun erst, da Kunz sah, wie Gerda schamhaft errötend ihren Blick zur Seite wandte, wurde er gewahr, daß er splitternackt auf der Lichtung stand.
„Oh!“ sagte er verlegen und bedeckte seine Blöße mit den Händen.
„Was soll jetzt das?“ fragte Gerda, vorsichtig über die Schulter blickend.
„Soll ich etwa in diesen Kleidern auf der Waldlichtung herum­stehen?.“
„Ich habe schon schlechter gekleidete Männer gesehen.“
„Und wenn mich einer sieht?“
„Wird er dir als König huldigen.“
„Ha!“ schnaubte Kunz. „Huldigen! Wenn ich Glück habe, erschlägt er mich und raubt die Kostbarkeiten.“
„Ach Gott!“ rief Gerda erschrocken. „Und was passiert, wenn du kein Glück hast?“
„Dann übergibt er mich den Schergen des Grafen. Tot sein ist eine Gnade im Vergleich.“
„Aber, aber, König Kunz. Wenn einer Angst haben muß, dann ist es der Graf - vor dir und deinen Kriegsmannen.“
„Kriegsmannen? -­ Ach so“, grinste er dann, „du meinst, ich könnte mir welche wünschen?“
„Nein. Aber man kann Menschen kaufen.“
„Und womit?“
„Mit dem Gold aus der Schatz­kammer deiner Königsburg.“
Nun begriff der Köhler. „Ich wünsche mir“, sagte er, „eine Burg und eine stets gefüllte Schatzkammer.“
Gerda hob ih­ren Wunschfinger und machte zweimal „Blimp“.
Kaum war das Zauberblimp verklungen, knirschte und knackte es im Erdreich, wie es der Köhler noch nie im Erdreich hatte knirschen und knacken hören. Der Waldboden wankte und öffnete sich und aus der Erde erhob sich ein Berg. Der Berg wuchs und wuchs, und als er hoch genug war, eine Burg zu tragen, wuchs eine Burg aus ihm.
„Jetzt“, sprach der ehemalige Köhler zufrieden, „kann mein Leben als König Kunz I. beginnen.“
Mit aller Würde, die er seinem neuen Stand als König schuldig war, hob er die Königsgewänder auf, die er eben noch hastig und angstvoll von sich geworfen hatte.
„Ich an deiner Stelle würde mich beeilen, daß ich in die Burg komme“, sagte Gerda zu Kunzens nacktem Rücken.
„Warum?“
„Darum!“
Kunz schaute sich um und sah einige Leute aus dem Wald treten, die, mit allerlei waffentauglichem Gerät versehen, entgeistert die plötzlich entstandene Burg bestaun­ten.
Rasch packte Kunz sein Bündel unter den Arm und rannte, nackt wie er war und so schnell er nur konnte, den Burgberg hinauf, in die schützenden Mauern.
Gerda nickte zufrieden, als die schweren Torflügel des Burgtores zuschlugen und löste sich dann in Luft auf.
Zwei der herangeeilten Männer berichteten später von einem nackten Mann, der den Berg hinaufgelaufen sei und von einer schönen, kaum bekleideten Frau, die sich vor ihren Augen in ein Wölkchen verwandelt hätte. Da beide als Trunkenbolde im Dorfe bekannt waren, schenkte niemand ihren Erzählungen Glauben.
Noch am selben Tage warb Kunz einige starke Männer als Leibgarde an. Auch andere Bewohner des Dor­fes fanden eine Anstellung in Küche, Stallung oder wo auch immer. Dorfdodel Erwin jedoch wurde zum königlichen Hofnarren ernannt.
So entwickelte sich alles prächtig und zum Besten und König Kunz und die Seinen lebten glücklich und zufrieden.


Drei Tage später berichtete ein müder Reiter auf erschöpftem Pferd König Gunther, daß drei Tageritte von hier entfernt eine neue Burg aus der Erde gewachsen sei. König Gunther lachte herzlich über diesen Unfug, nur sein Leibarzt meinte, es gebe mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweisheit sich träumen lasse.
Mit dieser Bemerkung fiel Dr. Siegfried bei seinem König auf der Stelle in Ungnaden. Gunther, der nie im Leben eine Schule besucht hatte, schickte ihn aus, die angeblich aus dem Boden gewachsene Burg zu be­schauen.
Kunz, der die vornehme Küche nicht gewöhnt war, litt an heftigen Verdauungsbeschwerden, was ihn empfänglich machte für die Idee, einen Leibarzt anzuwerben. Anstelle von Dr. Sieg­fried kehrte deshalb der unbedeutendste Knecht aus seiner Begleitschutz­truppe zurück, um dem Posten am Burgtor auszu­richten, Dr. Siegfried samt Begleitschutztruppe sei ab sofort in Diensten König Kunzens des Ersten. Sprach’s und ritt zurück, eine bedeutend besser bezahlte Stelle als unbedeutendster Knecht in Kunzens Begleitschutztruppe anzutreten.
Diese Wendung der Dinge wollte König Gunther gar nicht gefallen. Zwei Könige auf dem Boden eines Königreiches - das konnte nach allen Regeln des Königtums nicht gut gehen. Und es ging nicht gut.
Es kam zum Krieg und wäre fast auch zum Kampf gekommen, hätte nicht Kunz allen Soldaten Gunthers, die zu ihm über­liefen, das doppelte ihres Soldes versprochen.
Übrig blieben Gunther und jene, die zu nahe bei ihm standen, um sich unauffällig zu entfernen.
König Gunther mußte sich seinem neuen Kollegen kampf­los ergeben und wurde dafür reich belohnt. Kunz schickte ihn in die Verbannung, anstatt ihm den Kopf abzuschlagen, wie es damals der Brauch war.
Gunthers Königreich war nun im Besitz des ehemaligen Köhlers. Und da Macht Appetit auf mehr Macht macht, konnte es nicht ausbleiben, daß bald das nächstbe­nachbarte Königreich zur Eroberung anstand und auf die bewährte Art und Weise erobert wurde.
Je mehr Untertanen aber König Kunz hinzugewann, desto mächtiger wurde er.
So also entwickelte sich alles prächtig und zum Besten und König Kunz und die Seinen lebten glücklich und zufrieden.

 

Nun geschah es aber, daß König Kunz I. sich nach der unblutigen Er­oberung des fünften Königreiches zum „Kaiser Kunz der Große“ ernannte. Zur Feier des denkwürdigen Ereignisses gab es auf der Kaiserburg ein rauschendes Fest, bei welchem der Wein aus allen Krügen in Strömen floß, das Gras in dic­ken Wolken aus allen Pfeifen quoll. Und es war ein Hackedichtsein, wie es auf Erden lange nicht mehr ein Hackedichtsein gegeben hatte. Der Betrunkenste und Bekiffteste von allen aber war der neue Kaiser.
Als das Fest seinen Höhepunkt überschritten hatte, ein Ende aber nicht absehbar war, wandte sich der Kaiser an seinen liebsten Zechgenossen Erwin, der es als Narr der Ersten Stunde zum kaiserlichen Oberhofnarren gebracht hatte.
„Weißu...?“ fragte der Kaiser seinen Narren, „...weißu eingdlch, wies kommt, daß ich Kaisa bin, hä?“
„Nö.“
Dieses schlichte „Nö“ verleitete den Kaiser dazu, seinem Narren die Geschichte von Gerda und den drei Wünschen zu erzählen; ein Geheimnis, das er bis dahin sorgfältig gehütet hatte.
Nachdem Kunz mit einem trunkenen Kichern seine Erzählung geendet hatte, nahm Erwin einen tiefen Schluck aus seinem Becher, kippte nach hinten und schlief ein.
Am nächsten Morgen konnte sich Erwin weder an Kunzens Geschichte noch an das Fest als solches erinnern. Drei Tage später jedoch machte es „Schlkonk!“ in Erwins Narrenhirn und die Ge­schichte mit Gerda, der Wunschfee, war wieder da.
Unter einem nichtigen Vorwand stahl sich Erwin fort aus der Burg und ging in den nahegelegenen Wald. Er breitete die Arme aus und rief, so laut er nur konnte, nach Gerda, der Wunschfee.
Nun weiß natürlich jeder, daß eine Wunschfee nach eigenem Gutdünken zu dir kommt oder eben - meistens - nicht. Jeder weiß das, außer Er­win.
Kaum hatte Erwin die Worte ausgesprochen, da war ein Flimmern und Flackern um ihn und aus dem Nichts und Nirgendwo erschien eine schöne, junge Frau in der Lichtung des Waldes.
„Du mußt Gerda sein“, sagte Erwin zu der jähen Erscheinung. „Die Wunschfee Gerda.“
„Und du bist ein Narr.“
„Woher weißt du?“
„Lassen wir das. Was willst du?“
„Ich möchte“, kam Erwin ohne Umschweife zur Sache, „gerne drei Wün­sche haben.“
„Das kannst du. Wenn du dich ein wenig beschränkst.“
Gerda machte eine schnelle Geste, von der man nicht so genau sagen konnte, ob sie grüßend oder unwirsch gemeint war und war bereits wieder halb im Nichts und Nirgendwo verschwunden, als Erwin, so rasch wie noch nie in seinem Leben zuvor nach ihr griff und sie im Hier und Wald zu­rückhielt.
Gerda konnte vieles, aber sich in Nichts auflösen, während sich ein Sterblicher an sie klammerte - das konnte sie nicht.
„Was ist denn noch?“ grummelte sie ärgerlich.
„Ich möchte, daß du mir drei Wünsche erfüllst.“
„Das geht nicht.“
Wa - rum nicht?“
Da - rum nicht.
„Dem Köhler Kunz seine Wünsche hast du aber auch erfüllt.“
„Das war was anderes.“
„Und was war anders?“
„Den armen Köhler Kunz habe ich selber erwählt.“
„Na also, dann erwähle jetzt mich.“
Gerda stöhnte über soviel Dreistigkeit, blieb aber hart: „Nein!“
„Was hat denn den Köhler Kunz vor mir ausgezeichnet?“
„Nichts. Nur der Umstand, daß das Los zufäl­lig auf ihn fiel.“
Das ging noch eine ganze Weile so dahin, bis Gerda schließlich sämtliche Sicherungen durchbrannten und sie den Narren Erwin anschrie: „Dann sag endlich, was du dir wünscht und dann verschwinde!“
Erwin sagte seine Wünsche auf - König sein, Burg und Schatzkammer - und bekam sie umgehend erfüllt.
Da König Erwins neue Burg in Sichtweite der Kaiserburg jäh gewachsen war, dauerte es nur Minuten, bis Kunz die Nachricht von dem Wunder überbracht wurde. Der Kaiser wußte besser als jeder andere, was das zu bedeuten hatte und er rüstete umgehend zum Krieg.
König Erwin, der noch keine Zeit gehabt hatte, Truppen anzuwerben, beschoß das heranrückende Heer mit Gold und Edelsteinen, mit der Folge, daß alle Mann zu ihm überliefen und Kunz ein zweites Heer losschicken mußte, das erste zu bekämpfen.
Das gestaltete sich etwas schwierig. Kunz und Erwin hatten beide nie versiegende Schatzkammern, wo­durch das Edelsteinwerfen rasch ausuferte und schließlich nicht mehr funktionierte. Nach Jahren des blutigen Krieges einigte man sich auf eine Teilung so­wohl des Reiches als auch des Titels Kaiser.
Bei den Feierlichkeiten anläßlich der Unterzeichnung des Staatsver­trages offenbarte der schwerstbetrunkene Kaiser Erwin einer Hüh­ner­magd, mit der ihn seit drei Tagen ein Techtelmechtel verband, das Ge­heimnis seiner Macht.
Tags darauf wuchs aus dem Wald um Erwins Burg die Burg der Hühnermagd, und da auch Kunz anläßlich des vertraglichen Besäufnisses eine kleine Indiskretion begangen hatte, erschien wenige Stunden später eine weitere Burg.
Es kam zum Edelsteinwerfen, zum Krieg und schließlich zum Friedensvertrag.
Da im Folgenden mehr und mehr Menschen das Ge­heimnis um Gerda erfuhren, wuchsen die Burgen so schnell und zahlreich aus dem Boden, wie Pilze nach einem warmen Septemberregen.
Immer mehr Leute wurden zu Königen, die auf ihren Burgen saßen und es sich wohl sein ließen. Und das ehdem so arme und karge Land quoll über von Gold und Edel­steinen und Burgen sowieso.
So entwickelte sich alles prächtig und zum Besten und Tausende und Abertausende Könige und Königinnen lebten glücklich und zufrieden.


Vom Abendrot eines wunderschönen Tages überglänzt, stand Königin Sieglinde seufzend auf den Zinnen ihrer neuen Burg und schaute aus nach König Bernhard.
Des Morgens hatte sie den König mit einem Sack Edelsteine ausgeschickt, auf daß er in der Umgebung einige Kriegs­mannen und Küchenmägde anwerbe.
Die Sonne war eben am Untergehen, als Sieglinde ihren Gemahl erblickte, der müden Schrittes aus dem Schatten der Nachbarburg trat und den steilen Weg zur eigenen Burg hinauf schlurfte. Allein.
„Es ist ein Jammer, Alte“, seufzte König Bernhard, und die Tränen standen ihm in den Augen. „Niemand will sich als Knecht oder Magd bei uns verdingen, nicht einmal für einen Sack Edelstei­ne.“
„Und warum dies, guter Mann?“
„Jeder, buchstäblich jeder, war inzwischen dort, wo früher mal Wald gewesen war, und hat sich von Gerda eine Burg gewünscht und bekommen. Wir sind Kö­nige, umgeben von Königen und nichts als Königen. Hier...“ König Bernhard schlug seinen brokatenen Königsmantel zur Seite und hol­te darunter ein kleines Leinensäckchen heraus. „Hier sind einige Zwie­beln und Möhren und sogar ein halbes Hühnchen. Die hat mir ein mit­leidiger Nachbarkönig gespendet, damit wir nicht zu sehr Hungers leiden müssen.“
Und König und Königin aßen davon und weinten bitterlich über ihr Elend.
Das Land, das ehdem von Wald bedeckte, mit Feldern gesprenkelte, Wild und mancherlei Feldfrucht tragende Land, war nunmehr übersät mit Burgen und vollgepfropft mit Königen. Da es keine Wälder mehr gab, in denen man hätte jagen können, keine Felder, die man hätte bestellen können, brach eine furchtbare Hungersnot aus. Tausende schwerbewaffnete Könige bekriegten sich erbittert, eigenhändig gingen sie mit den besten und schärfsten Schwertern aufeinander los, um sich gegenseitig die wenigen verbliebenen Nahrungsmittel abzunehmen.
Viele wurden erschlagen, manche stürzten sich von den Zinnen ihrer Burgen, wieder andere verhungerten ganz ein­fach. Der Tisch für Raben und Geier war reich gedeckt.
Es war ein Wahnsinn.
Der totale Wahnsinn war das.


Hungrig und müde und sturzbetrunken saß der arme Schuster Alfons auf einem Stein am Wegesrand, dort wo sich die Wege von fünf Burg­bergen herab kreuzten.
Als er eine Erscheinung hatte, schob er es nicht eine Sekunde lang auf den reichlich genossenen Wein. Er wußte, das konnte nur Gerda sein, die gutherzige Gerda.
„Hallo, Gerda“, sagte er trunken und hob matt die Hand zum Gruße. „Was führt dich zu mir?“
„Du.“
„Ich? Ich habe dich nicht gerufen.“
„Eben, Alfons, eben. Du bist der letzte Bewohner dieses großen Lan­des, der mich noch nicht gerufen hat, auf daß ich ihm seine sehnlichsten Wünsche erfülle.“
„Mich brauchst du nicht unglücklich zu machen. Ich bin ruiniert durch das Unglück der anderen.“
„Ob du das alles nicht ein bißchen zu düster siehst, Schuster Al­fons?“
Alfons lachte, ein heiseres, böses Lachen. „Weißt du, was ich mir wünschen würde, wenn ich mir was wünschen dürfte?“
„Sag es, Alfons. Sag es mir.“
Wenn eine Wunschfee so etwas zu dir sagt, solltest du die folgenden Worte ganz genau wägen, ehe du sie aussprichst.
Alfons wog nicht.
Er stand auf, vom Weine schwankend, reckte die abgemager­ten Arme gen Himmel und rief: „Oh, käme doch, endlich, ein riesen­großer Arsch und schisse alles zu!“
Der Arsch kam nicht, aber es erhob sich mit schrecklichem Brausen das tosende Meer und verschlang das ganze, von entsetzlich wuchern­der Burg-Akne überzogene Land.
So entstand mit dem Untergang von Atlantis die Sage vom Untergang von Atlantis.

Montag, 28. März 2016

Vom Sein und vom Bewußtsein

Religion und Krieg

Die Konflikte des Westens mit den islamischen Ländern und jene innerhalb der islamischen Länder haben mit dem Islam als Religion nur sehr wenig zu tun, es ist eine Sache, die an der Oberfläche abläuft.
Glaubt einer wirklich, daß Menschen Dinge tun, weil ihnen dies eine Ideologie, Religion, Weltanschauung oder Gesinnung vorschreibt? Echte und nicht nur gedachte Menschen handeln doch nicht deswegen so, wie sie handeln, weil sie in ihren (mehr oder weniger) Heiligen Büchern irgendwelche Textstellen finden, die ihnen auftragen, so zu handeln.

Achmed und Ali in einem Straßencafé in Gaza. Während Achmed ein Buch studiert schaut Ali den Frauen nach und grübelt dabei. Achmed schaut aus dem Buch auf und tippt auf die aufgeschlagene Seite.
ACHMED Hömma, Ali, hier drin steht...
ALI Wo drin?
ACHMED Im Koran. Im Koran also steht, man sollte die Ungläubigen erschlagen und von ihrem Land verjagen.
ALI Ach was? Das steht da drin?
ACHMED So steht das da. Und hömma, Ali, die Juden sind doch Ungläubige, oder?
ALI Äh... Ach. Im Ernst?
ACHMED Sowieso.
ALI Ja und, das ist ihr Problem, wenn sie dereinst in der Gehenna landen.
ACHMED Ali, du verstehst mal wieder gar nichts. Wenn die Juden Ungläubige sind, dann müssen wir sie erschlagen oder aus dem Land vertreiben. Das steht hier drin.
ALI Ach nö, Achmed, muß das sein? Es ist viel zu heiß und außerdem ist die Sache gefährlich.
ACHMED Da hast du recht, natürlich. Ich hab eigentlich auch keine Lust, aber wenn's nun mal in diesem Buch drin steht...

So läuft das doch nicht. Menschen wollen aus materiellen Interessen heraus etwas tun und sie suchen sich, nachdem sie bereits wissen, was sie wollen und dies auch unbedingt tun werden, nachträglich eine "ethisch höherstehende" Begründung für das, was sie tun wollen und werden. Das Schöne an Bibel, Koran und Thora ist ja, daß hier für jeden Willen und jedes Interesse an irgendeiner Stelle der passende Spruch steht. Und sollte sich der gesuchte Spruch dort nicht direkt finden, so findet man ihn mit Sicherheit in einem der Kommentare eines Rabbiners, Imam oder Papstes.
Und wenn die Religion eines jähen Tages urplötzlich aus der Welt verschwunden wäre, so gäbe es andere Bücher und philosophische Systeme, in denen man fündig wird.
Die Christenheit rüstete doch nicht zu den Kreuzzügen, weil man plötzlich in den Schriften entdeckt hätte, daß dies ein Gott wohlgefälliges Werk wäre. Nach der vorletzten Jahrtausendwende gab es in Europa eine Bevölkerungsexplosion, damit verbunden auch einen enormen Überschuß an Adeligen und Grattlern (also normalen Menschen), die nicht mehr recht versorgt werden konnten. Schickte man diese Leute ins Heilige Land, so könnten sie sich entweder dort eine Lebensgrundlage erobern oder aber sie würden zugrunde gehen und auch so das Problem des Bevölkerungsüberschusses lösen. Also sprach der Papst: "Gott will es" und man zog los.
Die Araber (und später die Türken) haben aus politischen und ökonomischen Gründen mehr als die Hälfte der Mittelmeerküsten erobert, nicht wegen des Korans. Dieselben Moslems, mit immer noch dem gleichen Koran haben im 18. und 19. Jahrhundert und noch während mehr als der Hälfte des 20. Jahrhunderts still vor sich hinislamiert, so still und bräsig, daß in Europa das Gerücht vom passiven und trägen Orientalen umzugehen begann.
So rum wird ein Schuh draus.
Wieder einmal Lichtenberg: "Man kann so gut für als wider einen Satz verblendet sein; Gründe sind öfters und meistenteils nur Ausführungen von Ansprüchen, um etwas, das man in jedem Fall doch getan haben würde, einen Anstrich von Rechtmäßigkeit und Vernunft zu geben. Es scheint, die Natur habe eine so nötige Sache, als ihr die Überzeugung beim Menschen war, nicht gern auf Vernunftschlüsse allein ankommen lassen wollen, in dem diese leicht betrüglich sein können. Der Trieb kommt uns dem Himmel sei es gedankt, schon über den Hals, wenn wir oft mit dem Beweis der Nützlichkeit und Nötigkeit noch nicht halb fertig sind."
Die islamischen Länder waren für geraume Zeit unter die Herrschaft christlich geprägter Kolonialherren oder Hegemonialmächte geraten. Die Länder sind inzwischen formell selbständig, die Kolonialherren aber sind immer noch da und bestimmen wesentlich die Geschicke vieler Länder mit. Dagegen regt sich Widerstand, der Orient wird selbstbewußter und besinnt sich seiner eigenen Wurzeln. Der große, der entscheidende kulturelle Wurzelstock dieser Länder ist - ja, klar, der Islam.
Die neue Blüte des Islam im Orient hat mit der Religion als solcher ziemlich wenig zu tun, der Islam ist lediglich das einigende Band dieser Länder. Wenn die islamischen Länder den prägenden Einfluß fremder Länder abschütteln wollen, dann ist der Islam ein treffliches Werkzeug dafür. Wie in allen Heiligen Büchern findest du auch im Koran alles, was du als Begründung für irgendwas brauchst und natürlich auch das direkte Gegenteil.
Daß der Islam auch ideologisch in vielen Fällen ziemlich rabiat auftritt, darf niemand verwundern. Man kann Fremdherrschaft nicht wegbeten.
Glaubt einer allen Ernstes, es wären die Lehren des Islam das Motiv für den Anschlag auf das World Trade Center gewesen und nicht die politische Situation zwischen den USA und den arabischen Ländern? Machen wir ein Gedankenexperiment und weiten wir die Achmed-Ali-Situation ins Allgemeine aus. Die USA und die arabischen Länder hätten ein gutes Verhältnis zueinander, lebten zumindest friedlich-schiedlich nebeneinander her. Die Araber hockten satt und zufrieden im Straßencafé und schlürften ihren Pfefferminztee. Und dann kommen einige Imame dahergewuselt, wedeln aufgeregt mit dem Koran und faseln was von Heiligem Krieg. Eine Weile hören sich die Araber das stirnrunzelnd an, dann stellen sie seufzend ihre Teetassen beiseite und erheben sich verärgert: "Also gut, na mach ma halt an Heiligen Krieg, damit a Ruah is."
Und ohne Islam gäbe es keine Anschläge? Denk wir uns also mal den Islam weg (im Kopf geht das ganz leicht). Mohammed ist als Kind von einer Schlange gebissen worden und dran gestorben, den Islam hat es nie gegeben, eine andere, sagen wir mal: kommodere Religion hat seine Stelle eingenommen, die heutige weltpolitische Lage wäre aber weiter so, wie sie es tatsächlich ist.
Wären dann tatsächlich die Twin-Towers nicht in Schutt und Asche gelegt worden, weil die Begründung aus dem Islam weggefallen wäre? Hätten die Initiatoren des Anschlags dann gesagt: "Tut uns wirklich leid, Jungs. Freilich wäre es politisch-militärisch eine gute Idee, die Türme anzugreifen, aber unsere Theo- und Ideologen finden und finden einfach keine moralische Begründung dafür. Das wird also nix."
Eine absurde Vorstellung. Natürlich findet man immer eine ethisch einwandfreie Begründung für das, was man tun will oder tut. So absurd kann die Begründung gar nicht sein, daß man sie nicht begeistert aufgriffe, wenn sie nur den eigenen Zielen dient.
Die Frage ob erst das materielle Interesse kommt und dann der Gedanke oder ob es sich umgekehrt verhält, ist entscheidend, ihre Beantwortung von höchster Relevanz. Eine falsche Diagnose wird nur zufällig zu einer erfolgreichen Therapie führen. Nun ist natürlich auch klar, daß die Beeinflussung in beide Richtungen geht. Selbstverständlich beeinflußt ein Gedanke, ist er erst mal in der Welt, das Handeln der Menschen.
Simple Erfahrung lehrt uns aber, daß Metzger nur ganz, ganz selten militante Vegetarier sind. Wenn sie Vegetarier sind, so betreiben sie das allenfalls als heimliches Laster. In Gemeinden, in denen ein Kernkraftwerk steht, die also von den Steuereinnahmen aus dem Kraftwerk ganz gut leben, ist die Quote der Kernkraftgegner bemerkenswert niedrig. In angrenzenden Gemeinden, in denen viele auf das Kraftwerk als Arbeitsplatz angewiesen sind, ist dieser Anteil schon etwas höher, aber immer noch sehr viel niedriger als im Bundesdurchschnitt.
Und nun erzähl mir nicht, daß diese Leute einfach anders denken als der Rest der Bevölkerung.
"Der Geist", sagt man, "weht wo er will." Ich halte das für ein wildes Gerücht. Das Denken paßt sich den realen Gegebenheiten an. Warum war im frühen 19. Jahrhundert der Norden der USA gegen die Sklaverei, während der Süden erbittert daran festhielt? Weil im Norden das Nachdenken über Menschenrechte und Gleichheit schon weiter fortgeschritten war?
Der amerikanische Süden lebte schwerpunktmäßig von seinen Plantagen, die am effektivsten und konkurrenzfähigsten durch Sklaven zu bewirtschaften waren. Im Norden gab es die großen Städte mit bereits relativ weit entwickelter Industrie. Für die Industriearbeit, mit all den konjunkturellen Schwankungen wären Sklaven, die ja, ökonomisch gesehen, gebundenes festes Kapitel sind, unbrauchbar gewesen. Sklaven muß ich auch in der Wirtschaftsflaute erhalten, wenn ich sie (und damit Kapital) nicht verlieren will. Für die Industriearbeit brauchst du dagegen den "freien" Lohnarbeiter, den du einstellst, wenn du ihn brauchst und den du wieder feuerst, wenn du ihn nicht mehr brauchst. Du kaufst dir deinen Sklaven nicht mehr, du mietest ihn nur.
Kämen Entscheidungen durch Nachdenken und Argumente zustande, so müßten wir unter Unternehmern einerseits und Gewerkschaftern andererseits in etwa gleich viel Leute finden, die für oder gegen saftige Lohnerhöhungen sind. Wir wissen alle, daß das nicht so ist.
Nimm an, wir beide wären in der Hand irgendwelcher Wüteriche und es würden diese bösen Menschen ankündigen, morgen würde einer von uns beiden erschossen und wir sollten drüber entscheiden, wer das sein sollte. Würden wir beide nun eine nette, entspannte Diskussion darüber beginnen, wer von uns beiden würdiger wäre, erschossen zu werden, so ist doch sehr zu vermuten, daß du mir großzügig den Vortritt ließest, während andererseits ich... Es ist klar, worauf ich hinauswill.
Etwas zugespitzt formuliert, geb ich zu: Wer religiöses Denken und Handeln verstehen will, der sollte sehr viel mehr von Ökonomie und Psychologie verstehen als von Theologie.
Denken ist nämlich ungemein geschmeidig, es paßt sich den vorgefundenen Umständen an. Und innere Widersprüche im Denken werden wegphilosophiert, gegebenenfalls auch schlicht ignoriert.
Nimm die Geschichte mit dem Allmächtigen und Allwissenden Gott. Eine ganz, ganz tolle Sache, über sich einen zwar manchmal zürnenden, im Grunde aber doch wohlwollenden Gott als Beschützer zu wissen, einen Gott, der alles, wirklich alles im Griff hat.
Dann aber werden in den Heiligen Schriften (aller drei monotheistischen Religionen) gnadenlos einige fundamentale Schnitzer dieses Allmächtigen und Allwissenden Gottes festgehalten. Schon das mit dem Paradies funktioniert nicht auf Dauer, dann läuft die Entwicklung noch weiter aus dem Ruder und Gott muß eine Sintflut schicken, die Menschheit auszuwischen und die Tafel neu zu beschreiben. Und danach hat's ja auch nicht hingehauen.
Daß er vor 2000 Jahren erst die Sache mit der Erlösung angeleiert hat, läßt doch auf einige Pannen im Weltenplan schließen. Oder, aus der Sicht der Moslems, ist er erst weitere 600 Jahre später drauf gekommen, daß er den Jungs und Mädels da unten doch endlich mal eine ordentliche Religion schenken sollte.
Dramaturgisch gesehen ist das Konzept des Allmächtigen und Allwissenden Gottes eine Sackgasse. Für Superman (immerhin nur sehr mächtig und nicht allmächtig) mußte man Superganoven erfinden, weil das Erledigen der normalen Ganoven für so einen Superhelden auf Dauer doch etwas leicht und damit für den Leser langweilig geworden wäre. Für Gott mußte man den Teufel als Gegenspieler erfinden, ein Konzept, das aber auch nicht wirklich überzeugt, denn Gott bräuchte ja bloß - wie weiland die "Bezaubernde Jeannie" mit dem Finger zu schnipsen und Satan hätte ausgeteufelt. Daß Gott nicht schnipst heißt lediglich, daß ihm der Teufel durchaus ins Konzept paßt.
Wer außerhalb der monotheistischen Religionen steht, dem fällt der Widerspruch sofort auf, wer drinnen ist, wird sich was einfallen lassen. Gerne genommen wird das Argument, die Geschichten in den Heiligen Schriften seien ja nur Geschichten, die dürfe man nicht so ernst nehmen. Andererseits, klar, sind die Heiligen Schriften das geoffenbarte Wort Gottes, also sehr ernst zu nehmen. Auf dieser Wucht des geoffenbarten Wortes Gottes beruht die ganze Autorität dieser Religionen...
Es ist ein Jammer.

Sonntag, 20. März 2016

Wie ich einmal mehr verdient habe als 1 Frau

Ich habe mal eine zeitlang (1980, um genau zu sein) für das Bildungswerk der DAG (Deutsche Angestellten Gewerkschaft) gearbeitet. (Die DAG, die damals nicht zum DGB gehörte, gibt es nicht mehr, sie ist in der Gewerkschaft ver.di aufgegangen.)
Im Arbeitsvertrag stand, ich sei gegenüber anderen Mitarbeitern zur Verschwiegenheit verpflichtet, was mein Gehalt betreffe. Beim Lesen dieses Passus war mein erster Gedanke: Wie ist das eigentlich, wenn ich einem Betriebsfremdem (dem gegenüber ich natürlich keine Schweigepflicht habe) mein Gehalt offenbare, mein Kollege auch und der Betriebsfremde (der sowieso keine Schweigepflicht hat) uns dann erzählt, wieviel der jeweils andere verdient.
Ich erzählte meinem Vorgesetzten davon und er schluckte. Er hatte dieses scheunentorgroße Loch in der Bestimmung bislang anscheinend nicht bemerkt.
Wir haben dann tatsächlich festgestellt, daß meine Kollegin vierhundert DM weniger verdiente als ich. (Zum Vergleich: Ich bekam 3000,- DM, was auch damals nicht viel war.) Dabei hatte sie die exakt gleiche Qualifikation, leicht bestimmbar in unserem Falle: Sie war Dipl.-Pädagogin, ich Dipl.-Psychologe und beide kamen wir direkt von der Uni, hatten also keinerlei Berufserfahrung. Ich schrieb daraufhin einen Brief und forderte von der Geschäftsleitung, das Gehalt meiner Kollegin auf mein Niveau anzuheben. Es gab ziemlichen Wirbel, der Oberste Chef wollte mich gleich feuern, der Untere Chef bog das ab (sie hatten Schwierigkeiten gehabt, die Stelle überhaupt zu besetzen), aber der auf ein Jahr befristete Arbeitsvertrag wurde nicht verlängert.
Ich sollte hinzufügen, daß wir beide damals nicht um die Höhe des Gehalts gefeilscht haben, wir waren froh, nach dem Studium überhaupt erst mal eine Stelle (Gott, was heißt Stelle, es war ein auf ein Jahr befristeter Arbeitsvertrag) zu haben. Ihr wurde von vorneherein weniger angeboten als mir.
Im übrigen: Im Jahr darauf habe ich auf genau demselben Gebiet für das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft gearbeitet. Die Bezahlung dort war auch nicht besser, aber das Betriebsklima von Seiten der Vorgesetzten war wesentlich angenehmer und entspannter als bei der Gewerkschaft.

Schoppenhauer und die Kunst

Alfred Pringsheim (nur hochgebildete Menschen, wie zum Beispiel ich, wissen heute noch von ihm) besuchte 1876 die ersten Wagner-Festspiele auf dem Grünen Hügel von Beirut [1]. Abends beim Bier [2] stritt er sich mit einem anderen Kunstkenner so leidenschaftlich über die Kunst, daß er dem anderen Kunstfreund schließlich ein Seidla Bier über den Kopf zog. Niemand hat je behauptet, daß Kunst einfach wäre.
Seither jedenfalls trug Alfred Pringsheim den Beinamen "Schoppenhauer".
Mit der ihm später angetrauten Gertrude Hedwig Anna Dohm, einer Tochter der Berliner Frauenrechtlerin Hedwig Dohm, zeugte er [3] die Zwillinge Klaus und Katharina, genannt Katia. Als Katia so umra 10 Jahre alt war, wurde sie photographiert und das Photo als Postkarte verkauft. Ein junger Mann, dem es gefiel, sich Thomas Mann zu nennen, verliebte sich in das schöne Kind, und - wahrlich - er seufzte. Als er nach etlichen Jahren aufgehört hatte, zu seufzen, wurde er wieder - ansatzweise - vernünftig und er nahm eine Frau zur Frau, um das ehdem angeseufzte Kind weitgehend zu vergessen. Jetzt erst, da er verheiratet und also gebunden war, erfuhr er, daß besagtes Kind Katia hieß, eine geborene Pringsheim war und jetzt eine verheiratete Katia Mann.
So einen Scheisendreck-Kitsch traut sich keiner auszudenken. Das Leben aber, merket auf, ist eine Schlampn.


[1]   Menschen, die auch nicht dumm sind, machten mich drauf aufmerksam, daß es nicht "Beirut" heißen müßte, sondern "Bayreuth".
[2]   Bier war dort und damals sehr schwer zu bekommen: wahnsinnig viele Besucher <-> unglaublich kleine Stadt
[3]   Wenn diese ständige Fickerei nicht wäre, gäbe es viel weniger Leid auf Erden, wiewohl ein gewisser Freud das Gegenteil behauptet.

Freitag, 4. März 2016

Die Grenzen der Bildenden Kunst

Also, ich weiß ja nicht, aber die Merkel als Apfelzwergin... Ob das sein muß?

© Das Copyright liegt bei mir, es wollte sonst keiner haben.

Dienstag, 1. März 2016

2 Barbaren ohne Kontrabaß

Treffen sich zwei Barbaren. Der eine Barbar zerkratzt die Scheibe, der andere fotografiert das und gibt es als Kunst aus.

Donnerstag, 25. Februar 2016

Es war einmal ein Muselmann... [1]

Der Moslem will das Abendland vergiften

Es heißt gerne, den Alkohol in hochkonzentrierter Form habe um 1200 rum ein spanischer Student an der Medizinischen Hochschule Salerno entdeckt. Das klingt nach "Olé" und italienischem Wein und stimmt natürlich. Aber... "Spanisch" hieß in diesen Zeiten vor der Reconquista "maurisch", und "maurisch" hieß "islamisch". Als anno seinerzeit immer wieder Boote "Allahu Akbar" rufender Araber an Spaniens Küsten landeten, dachte sich der Spanier "So schlimm wird's schon nicht werden" und am Schluß hatte er den Salat. Selber nix saufen, aber dem Abendland den Schnaps schenken. Du merkst schon, wie's läuft... Der Moslem will das Abendland vergiften.
Es ist kein Zufall, daß etwa um dieselbe Zeit die Mauren den Kreuzrittern etliche Säcke Zucker ins Zelt stellten. Einmal davon gekostet, konnten die Christen nicht mehr davon lassen und so fielen ihnen nach und  nach die kariös gewordenen Zähne aus.
1683 taten die Türken eine zeitlang so, als wollten sie Wien erobern. Dann zogen sie ab und ließen mehrere Säcke Kaffeebohnen zurück. Die Saat ging auf, die Wiener brühten sich ein Kaffeetscherl auf und seither freuen sich die Kardiologen über die herzzerstörende Wirkung des Kaffees.
Einer muß ja mal die Wahrheit sagen.

In der nächsten Folge heißt es dann: "Atz-Theken und Maier - Coca und Cola, sowie Kaukau, vom Tabak nicht zu reden".



[1]   ...der soff sich einen Dusel an. / Drauf rief er nach dem Muselweib / Wo sie denn mit dem Fusel bleib. (Heinz Erhardt)

Türkische Klaviermusik zu acht Händen

Manchmal ist es wirklich 1 Jammer, daß man manche Sätze nicht von einer Sprache in eine andere übersetzen kann. Das heißt, man kann es schon, aber wenn es sich um witzige Sätze handelt, geht unterm Übersetzen der Witz verloren.
Ein Pianist läßt am Klavier so nebenbei einen Satz fallen: "I turchi sono ottimi pianisti." - "Perché?" - "Perché sono ottomani."
Wer Italienisch kann lacht an dieser Stelle. Wer nicht Italienisch kann, muß auf die Erklärung warten.
"Die Türken sind hervorragende Pianisten." - "Wieso das?" - "Sie sind Ottomanen (Osmanen)."
Lacht natürlich keiner. Ottomani heißt "Osmanen", kann aber auch heißen "acht Hände".
Ja, jetzt ist es freilich zum Lachen zu spät. Ich sag ja, es ist ein Jammer.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Was für ein Schwein!

Haltungsnote 1a.
(Das Bild ist übrigens von Michael Sowa ("Der kleine König Dezember" und "Der weiße Neger Wumbaba")

Sonntag, 21. Februar 2016

Zeisig

Wenn dermaleinst ein Zeisig in eine Badewanne brunzt, dann Schwestern und Brüder, die ihr an mich glaubt, nehmt dies zum Zeichen, daß nix passiert ist, außer, daß ein Zeisig in eine Badewanne gebrunzt hat.

Kampf dem

In den siebziger Jahren, also sehr zeitnah zu den Siebzigern, habe ich das ackerdemische Fluchblattgegrunze von damals einmal so zusammengefaßt:

Donnerstag, 18. Februar 2016

Kroaßo

Jedes Mal wenn ich ein Croissant schnabuliere (ich tu das zunehmend seltener, aus unten aufgeführten Gründen), denke ich mir, da sollte man einen Mammalad reingeben und Zuckerguß drübertun. Und natürlich darf man keinen kackverfluchten Blätterteig nehmen, sondern wohlig-mürben... äh, Mürbteig halt. Den Erfinder des Blätterteigs sollte man aus seiner Backstube zerren und solange in einem Käfig in die Donau halten, bis er abgesoffen ist, wie man es früher mit betrügerischen Bäckern getan hat.
Ja, okay, ich bin ein bisserl aggressiv...
Eine selige Sekunde lang denke ich daran, wieviel Geld man mit meiner Erfindung verdienen könnte. Dann fällt mir ein, daß es die beschriebenen Verbesserungen am Croissant schon vor 60 Jahren beim Bäcker Donath in Gern gab, direkt neben der Volksschule, unter dem Namen Zuckerhörndl.
Die Tatsache, daß Bayern von den Amerikanern besetzt war, hat uns noch geraume Zeit vor der Französischen Küche bewahrt, aber - herrje, wir wissen es - kein Glück währt ewig. Irgendwo lauert der Franzos und dann ist es os. Heute fressen selbst biederste Deutsche Kack oh Wah.

Mir balst nicht gangst.

Muttersaft

Heut war ich in der Norma, zwei Semmeln, dazu ein bisserl Dings und 1 bisserl Bums zu besorgen. Eine Verkäuferin brachte gerade eine Papptafel an, die ein Sonderangebot bewarb. Es gebe ab sofort "Bio-Muttersaft 100 %" für wenig Geld zu kaufen.

Ich erstarrte zu Eis und konnte meinen Blick nicht von der Tafel wenden. "Bittschön", sagte ich schließlich zu der Verkäuferin, "was ist Muttersaft?" Sie wisse es auch nicht, vertraute sie mir an, sie vermute aber, es handele sich um eine Art Konzentrat verschiedener Pflanzensäfte.

Puh!, so atmete ich erleichtert aus. Das Wort "Muttersaft", so vertraute ich der Verkäuferin an, habe in mir die Phantasie heißlaufen lassen. Woraufhin sie artig errötete und verstummte.

Samstag, 13. Februar 2016

Ich liebe dich

"Ich liebe dich" ist ein wundervoller kleiner Satz. Es ist allerdings auch ein vergifteter Satz, ein Satz, den man sinnvollerweise in seinem Leben nur einmal, ein einziges Mal sagen sollte. Ja, gut, ich will mal nicht so sein, ich präzisiere: Man sollte verdammt sparsam sein bei der Verwendung dieses Satzes. Sagt man ihn nämlich mehrmals, verschiedenen Personen gegenüber und das noch zeitnah, so bekommt er automatisch einen merkwürdigen Beigeschmack. "Ja, freilich lieb ich dich. Wieso ausgerechnet dich nicht?"
Sagt man ihn mehrmals der gleichen Person gegenüber, so bedeutet er (spätestens ab dem zweiten Mal): "Ich seh schon, du zweifelst an meiner Liebe zu dir. Also, damit endlich 1 Ruh ist: Ich liebe dich."
Das gleiche gilt übrigens auch (und vielleicht noch viel entschiedener) für den entsprechenden Satz in der Frageform: "Liebst du mich (noch)?".
Diese Frage kannst du, in banger Erwartung, ob deine Liebe auch erwidert wird, ein einziges Mal im Laufe einer Beziehung stellen. Ist die Antwort "Nein", so ist der Kaas sowieso gegessen. Scheiß drauf. Ist die Antwort "Ja", so ist die Frage beantwortet. Punkt.
Stellst du dieselbe Frage etwas später, Monate, Jahre, vielleicht Jahrzehnte später, noch einmal, so wirst du - das liegt in der Natur der Sache - keine befriedigende Antwort bekommen. Sagt dein Partner "Nein", so ist eh klar, daß die Antwort nicht befriedigend ist. Sagt der Partner aber "Ja", so kannst du mit dieser Antwort auch nichts anfangen. Immerhin hat dein Partner erst dann "Ja, ich liebe dich" gesagt, nachdem du ihn hattest fragen müssen. Alleine die Tatsache, daß du glaubtest, deinen Partner danach fragen zu müssen, sollte dir klarmachen, daß die Kacke voll am Dampfen ist. Wenn sich dir die Liebe deines Partners nicht aus seinem Verhalten erschließt, brauchst du nicht mehr zu fragen. Nimm den Strick, geh zum Scheidungsanwalt oder ruf den Immobilienmakler an, dir eine eigene Wohnung zu besorgen.
Aber gut, es hat auch niemand (außer einigen Idioten) behauptet, daß Liebe einfach wäre.

Vom Salat schrumpft der Bizeps

Wissenschaft Durchbruch in der Ernährungsforschung

Früher war es ja der Osten, aus dem das Licht der Erkenntnis kommt, heute kommt die Lux aus der Oberpfalz, die von Köln aus gesehen natürlich auch im Oriente liegt.



Zähne zeigen



 

Das Bild ist natürlich überhaupt nicht lustig, Eishockey ist ein ungemein roher, widerwärtiger Sport. Aber im Zusammenhang mit der Artikelüberschrift...
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Der Dank geht an Patrick Künzle, einen Schweizer Journalisten, dessen Tweet mir auf Twitter retweetet wurde. (Ich habe keine Ahnung, wie ich den letzten Teil des vorstehenden Satzes auf Deutsch formulieren sollte.)

Form & Anstand

Der Dichter als Dienstleister betrachtet


Wenn der Anfang eines Textes, es mag ein Aufsatz sein oder eine Erzählung, langsam und zäh sich, und das in komplex verschachtelten Sätzen, über Nebensächlichkeiten sich ganz allmählich an das Eigentliche herantastet, ohne dies Eigentliche je wirklich zu berühren...
Wenn dann der Leser dieses Textes, es mag, wie gesagt, ein Aufsatz sein oder eine Erzählung, geduldig oder schnaubend, jedenfalls letztlich aber doch duldet, daß dieser Text sich langsam und zäh und in komplex verschachtelten Sätzen über Nebensächlichkeiten ganz allmählich an das Eigentliche herantastet, ohne ihn aufschreiend und als stilistische Zumutung beschimpfend einfach wegwirft...
Dann ist unsere Kultur im Arsch, unsere Sprache sowieso. Untote steigen aus ihren Gräbern und saugen das Hirn aus der Schädelkalotte.