Mittwoch, 29. März 2017

Inder vergreifen sich an deutscher Frau

Nach dem Araber und dem Neger ist es jetzt der Inder, den sie als neue Sau durch's Dorf treiben wollen.
Eine blonde doitsche Frrrau (1) geht mit ihrem Mann in eines der renommiertesten Lokale Münchens, ein indisches Restaurant. Zum Essen bestellt sie sich ein Mineralwasser, sie schenkt sich ein Glas ein und trinkt. Das Wasser erweist sich als mit Lauge versetzt -> Zunge verätzt.
Wie schreibt die Münchner Boulevardzeitung "tz"? "Münchnerin trinkt Wasser beim Inder - Intensivstation!"
 Da gehst du arglos in ein indisches, was sag ich: ausländisches Restaurant und wirst heimtückisch vergiftet. Was könnte harmloser sein als ein Glas Wasser? Der wohlmeinende Volxpädagoge erklärt mir, sie sei ja selber schuld, wenn sie ein ausländisches Restaurant besucht. Man weiß ja, wie diese Ausländer sind, bei denen mußt du stets mit einem Anschlag oder wenigstens einer Mißhelligkeit rechnen. Sie hätte es wissen können, sie ist schließlich mit einem Italiener verheiratet (2).
Du verstehst, wie ich das meine? Natürlich ist es nicht okay, wenn im Mineralwasser Lauge enthalten ist und natürlich ist so ein Vorfall berichtenswert. Aber, wie so oft, ist es der Ton, der die Musik macht. Die lokale Konkurrenz der "tz", die "Abendzeitung" hat über denselben Vorfall erheblich sachlicher berichtet:
Die wirkliche Pointe der Geschichte kommt jetzt: Der Kellner hat das Mineralwasser ungeöffnet serviert. Es handelte sich um die Marke Acqua Panna von San Pellegrino. San Pellegrino gehört zum Nestlé-Konzern. Die korrekte Schlagzeile der "tz" hätte also lauten müssen:
ZUNGE VERÄTZT
Münchnerin trinkt Wasser von Nestlé - Intensivstation!"

Wenn du als Redakteur so eine Nestlé-kritische Schlagzeile formulierst, sie mag so korrekt sein wie nur immer, dann reißt dir tags drauf der Chefredakteur den Kopf runter. Da schiebt man den Schwarzen Peter lieber dem Inder zu.
Und weil wir grad dabei sind - ich mag die Redewendung vom Italiener, Griechen, Inder, in deren Restaurants man geht, so gar nicht. In den siebziger Jahren, ich war schon erwachsen, hörte ich die Wendung erstmals und mir stellten sich die Haare auf. Ich habe keine Schwierigkeiten, von einem Neger als "Neger" zu sprechen, ich empfinde das Wort nach wie vor nicht als diskriminierend, aber der Satz "Ich lade dich für heute abend zum Italiener ein" käme mir niemals über die Lippen. Er ist so brutal diskriminierend... Laß es mich so erklären: In Berlin gibt es bestimmt ein bayerisches Lokal, höchstwahrscheinlich mehr als eines, denn in Berlin gibt es alles und jeweils das Gegenteil davon. Kein Berliner würde sagen "Ich gehe heut abend zum Bayern", er würde sagen "Ich geh in die 'Kreuzberger Alm' oder zum 'Prenzlauer Hüttenwirt'."
Aber natürlich ist das eine nachgeschobene Begründung, in Wahrheit mag ich die Formulierung einfach nicht, punkt, aus. Sie ist so unglaublich rotzig.

P. S.: Wenigstens war die Familie Vitolo nicht beim frauche fraisseur im Lokal, dort hätte man ihr womöglich Froschschenkel serviert.

1 Sie heißt zwar Vitolo, aber den italienischen Nachnamen hat sie sich erheiratet
2 Wahrscheinlich eine sizilianische Zwangsehe, damit der Sohn nach einem One-Night-Stand nicht entehrt ist. Man kennt ja diese Sizilianer.

Würde und Lichtbildnerei

Wer fotografiert muß damit rechnen fotografiert zu werden. Wer nicht fotografiert, muß auch damit rechnen, so ist es nicht.
An dieser Stelle bekomme ich feuchte Augen, weil ich an meine verflossene Jugend zurückdenken muß.
Vor langer, langer Zeit gab es nämlich mal eine Zeit, da ich regelmäßig "DIE ZEIT" las. Die Reisebeilage habe ich selbst damals nur rasch überblättert, bei obigem Bild aber bin ich schon beim Blättern hängengeblieben, das Bild ist in mein Ausschnitt-Archiv gewandert.
Dem zuständigen Redakteur schien das Bild nicht mehr bedeutet zu haben, als eine kleine Kuriosität am Rande, das legt die eher harm­los spöt­teln­de Unterzeile nahe:
"Je pittoresker, desto besser: Touristen in Tibet".
Der Mann ist vielleicht ein tibetischer Mönch, wahrscheinlich aber ganz einfach ein al­ter Tibeter in der landesüblichen Tracht. Er muß sich die kleine Steigung des Weges recht mühsam hoch kämpfen, tut dies aber auf eine ruhige Weise, die ihn zwar lang­sam aber eben doch vorankommen läßt. In der linken Hand hält er eine Ge­betsmühle, gewohnheitsmäßig, wie zu vermuten ist. Jedenfalls macht er das, was immer er macht, mit großer Ruhe und bewundernswerter Würde.
Und dann die beiden fotografierenden, filmenden Touristen, die den alten Mann gestellt haben wie ein zu jagendes Wild. Die sich vor ihn hin­stellen und ihm die Kameras vor Gesicht halten, als wäre er nichts an­deres als eine Hausfassade oder ein interessantes Detail an einem Brun­nen.
Ein absolut schamloses, obszönes Bild. So was würde sich das Paar zuhause nie und nimmer trauen.
Obwohl... Das Bild ist aus den siebziger Jahren [1], mein Kommentar ebenfalls. Damals gab es noch keine Telefone, mit denen man auch fotografieren oder gar filmen konnte. Damals, liebe Kinder, galt es als wahn - sin - nig unschicklich [2], einen anderen Menschen zu fotografieren, ohne ihn zuvor gefragt zu haben.
Um noch mal auf den alten Tibeter zurückzukommen: Ich bin sonst ein wenig allergisch gegen das Wort "Würde", es ist gar zu abgelutscht und viel zu oft mißbraucht worden. Hier erscheint es mir angebracht:
Geschändete Würde.



[1]   Man beachte die Schmalfilmkamera des Mannes. Die jüngeren unter uns kennen vermutlich nicht mal mehr das Wort "Schmalfilmkamera", außer sie arbeiten zufälligerweise im "Museum für Kulturgeschichte der Neuzeit" in Würselen.
[2]   Wer von euch, liebe Kinder, kennt noch das Wort "unschicklich"?

Montag, 27. März 2017

Vergewaltigt

Was immer du tust, tu es kultiviert.

Empörung

Die Lebenserfahrung, diese Wissenschaft nach Hausmacher-Art, lehrt die von ihr Befallenen, daß es nicht die gänzlich neuen, für alle völlig überraschenden Nachrichten und Erkenntnisse sind, die aufgeregten Wirbel verursachen, einen richtig schönen Skandal nach sich ziehen.

Verblüffende Neuigkeiten machen uns allenfalls staunen, wirkliche und nachhaltige Empörung hingegen lösen fast ausschließlich jene Tatsachen aus, die jedermann längst bekannt sind, die lediglich von irgend Jemandem irgendwann einmal ausgesprochen werden.

So wie im Kabarett, in der Komödie die Leute am lautesten und nachhaltigsten über jene Witze und Pointen lachen, die sie bereits kennen, bzw. deren Kommen von weitem her absehbar war.

Man denke auch an den Fall eines längst verstorbenen bayerischen Spitzenpolitikers, dessen private und politische Dubiositäten jedermann seit Jahrzehnten bekannt waren, deren posthume "Enthüllung" dann merkwürdigerweise enormen Wirbel verursachte und dem Enthüller fast eine Anklage wegen Verunglimpfung [1] des Andenkens Verstorbener einbrachte.


[1]   "Der Lindinger Opa, da kannst nix gegen den sagen." - Das war jetzt eine Verglimpfung des Andenkens Verstorbener.

Donnerstag, 23. März 2017

Wie einmal ein Prophet so grad noch mal davongekommen ist

Wenn's doch damals den Mohammed derbröselt hätt, bevor er diesen Schundroman namens "Koran" geschrieben hat.


Der Comic ist von Lützel Jeman. Lützel Jeman ist das zeitweilige Pseudonym von Robert Gernhardt gewesen. Robert Gernhardt hinwiederum war einer der allerbesten Dichter und Maler/Zeichner des 20. Jahrhunderts. Joseph Beuys oder Günter Grass waren dagegen 2. Liga (okay, Joseph Beuys war vielleicht nur 3. Liga.)


Montag, 20. März 2017

Dem-Ernst-Kuzorra-seiner-Frau-ihr-Stadion, man kann auch sagen GOETHE FILIVS

Johann Caspar Goethe unternahm 1740 bis 1741 eine Bildungsreise nach Italien und schrieb darüber einen Reisebericht in italienischer Sprache: Viaggio per l’Italia. 1786 bis 1788 tat es ihm sein Sohn Johann Wolfgang Goethe gleich und auch er verfaßte einen Reisebericht. Reiseberichte schreiben und veröffentlichen war damals so verbreitet wie heute Facebook-Postings und ungefähr genau so lästig. "Ich bin jetzt in Rom. Schau mal, hier steh ich grad vor der Akropolis."
 Wie auch immer, August, der Sohnessohn von Johann Caspar litt unter der gleichen Marotte wie seine Vorfahren, auch er bereiste Italien und führte ein Tagebuch für einen später zu verfassenden Reisebericht. In Rom indes erkrankte er schwer und starb 1830. August von Goethe liegt auf dem Cimitero Acattolico di Roma, dem Friedhof für die Nicht-Katholiken. Der Grabstein Augusts ist der wahrscheinlich bemerkenswerteste Grabstein, den ich je gesehen habe.
GOETHE FILIVS / PATRI / ANTEVERTENS / OBIIT / ANNOR[VM] XL / MDCCCXXX
(Goethe der Sohn / dem Vater / vorangehend / starb / mit 40 Jahren / 1830)

Der Name August taucht auf dem Grabstein nicht auf. Du bekommst nur die Information, daß dieser wie immer zu Benennende da unten Goethes Sohn war. Aber was heißt das schon? Auch Goethe war schließlich Goethes Sohn.
August von Goethe ist auf seine genealogische Funktion "Sohn von..." reduziert. Selber Goethe sein, das durfte er ein Leben lang nicht, noch nicht mal im Tod. Der eitle, egozentrische Schmock aus Frankfurt hat seinem Sohn einen Grabstein verweigert und stattdessen sich selber ein Denkmal gesetzt.
Wenn der Lindinger Sepp - auch er ein weniger bedeutender Mann, der es lediglich dazu gebracht hat, sich und die Seinen zu ernähren (was im übrigen so manch bedeutender Mensch nicht geschafft hat!)... Wenn also der Lindinger Sepp stirbt, dann schreibt ihm einer, der noch einen Funken Anstand hat, aufs Grab "Josef Lindinger, geb. 12. 3. irgendwann, gest. 8. 9. später". Es hieße, noch im Tod auf den Lindinger Sepp spucken, schriebe man auf sein Grab "Dem Lindinger Franz sein Sohn", selbst dann, wenn der Franz Bürgermeister war und sein Bub nicht.

Zum Sport:
In Gelsenkirchen diskutierte man einst, ob man das Stadion auf Schalke nicht Ernst-Kuzorra-Stadion nennen sollte [1]. Es kamen Einwände von den FreundInnen einer geschlechtergerechten Sprache, man solle doch das Stadion (einmalig in Deutschland) nach einer Frau benennen. Ein Witzbold ([2]) machte folgenden Vorschlag: Dem-Ernst-Kuzorra-seiner-Frau-ihr-Stadion.


[1]   Ernst Kuzorra war eine Schalker Fußball-Legende. Wie es bei den meisten Deutschen der Fall ist, war auch seine Familie zugewandert, in diesem Fall aus Masuren (Polen).
[2]   Ich les grad in der Wikipedia, es sei der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau gewesen. Womöglich hat Rau aber einen bereits vorgefundenen Witz nur weiter verbreitet.

Vorläufer

In den ganz frühen Zeiten des Automobilismus schützte man sich vor Rasern durch die Vorschrift, daß vor jedem Automobil ein Läufer herlaufen müsse, welcher mit einer Tröte oder durch lautes Rufen und Fahnenwedeln die ahnungslosen Passanten zu warnen hatte, daß jetzt gleich ein Auto käme.
Würde man dies heute wieder einführen, so würden sich die Unfälle drastischst reduzieren. Und das Problem der Arbeitslosigkeit wäre deutlich gelindert.

Freitag, 17. März 2017

Ausene Windräder

Vor einem Jahr (oder waren es doch zwei Jahre?) mußte ich zur Fortbildung nach Berlin. Du frägst dich natürlich, wieso ein dermaßen qualifizierter Mensch wie ich zu einer Fortbildung muß. Ich frage mich das auch, aber es hilft nix. Ich muß nach Berlin, um mir dort die Fortbildungspunkte zu ersitzen, die ich brauche, um als verkehrspsychologischer Kursmoderator und Berater akkreditiert zu bleiben.
Früher, als die Welt zwar nicht gut, aber doch besser war, hätte ich nach Bonn gemußt, das ist zwar auch nicht viel näher als Berlin, aber doch sehr viel katholischer.

Wie auch immer... Der Lokführerstreik hatte mich in den Fernbus gelockt. Dort saß ich nun und schaute mir die zunehmend langweiliger werdende Landschaft an. Was selbst einem Deppen beim Nordwärtsfahren auffällt ist die Zunahme der Windräder. Da stehen ganze Batterien von Windrädern nah beieinander und... ja, leck mich fett, wenn da 10 Windräder sind stehen mindestens fünf, wahrscheinlich aber sechs oder sieben still.
Ich zupfte meinen Sitznachbarn am Ärmel und wie's ihn auf die stillstehenden Windräder hin. "Das ist", seufzte ich, "eine Folge der Energiewende. Da schaltet man ein Atomkraftwerk nach dem anderen ab und dann ist auf einmal nicht mehr genug Strom da, die Windräder anzutreiben. Gerade im Sommer, wenn es heiß und fast windstill ist, wäre es sehr angenehm, wenn einem diese Landschaftsventilatoren Kühlung zufächelten."
Mein Sitznachbar schaute mich irritiert an, wenige Minuten später raffte er unter einem nichtigen Vorwand seine Sachen zusammen und setzte sich woanders hin.

Rassenschande

Wenn sich eine Arierin und ein... sagen wir mal: Neger paaren, dann entstehen seltsame Lebensformen, die man gerne Mischlinge nennt.
Gott sei dank gibt's auch Rassenschändungen, die genetisch folgenlos bleiben.

Donnerstag, 16. März 2017

Herr Hirnbeiß und das Echo


Die Münchner Zeichnerin Franziska Bilek, die jetzt auch schon wieder 15 Jahre tot ist, schuf 1961 die Figur des Herrn Hirnbeiß, der in der Münchner "Abendzeitung" viele Jahre lang das lokale Tagesgeschehen kommentierte. Zu meiner Verblüffung und Freude konnte ich neulich feststellen, daß die "Abendzeitung" anscheinend die nicht so tagesgebundenen Karikaturen wieder nachdruckt.
Seit Jahren schon plante der Filmemacher Kunz Knörer eine Realverfilmung der "Abenteuer des Herrn Hirnbeiß" (so der Arbeitstitel). Als Hauptdarsteller hatte Knörer den bairischen Volksschauspieler und Semi-Otiker Humbert Echo vorgesehen. Echo stammt aus dem allersüdlichsten Baiern wo gibt, aus dem Piemont. Um dort nicht aufzufallen hatte sich Echo den Künstlernamen Umberto Eco zugelegt.
Das Projekt scheiterte, weil Eco (nennen wir ihn ruhig so) vor einem Jahr verstarb. Gleich nach Ostern will Knörer mittels eines Humbert-Echo-Look-alike-Contestes einen neuen Hauptdarsteller finden. Ein gewisser Walter Sedlmayr hatte sich bereits für den Wettbewerb angemeldet, mußte aber disqualifiziert werden, da er - wie sich herausstellte - noch töter ist als der Echo Humbert.

Sittenstrolch

Vor kurzem las ich in der in Regensburg erscheinenden "Mittelbayerischen Zeitung", es treibe sich in der Gegend ein "auffallend freundlicher Sittenstrolch" herum. "Auffallend freundlich", das könnte auf mich zutreffen. In dem besagten Artikel hieß es aber auch, er sei 18 - 20 Jahre alt, das trifft auf mich eher nicht zu.
"Sittenstrolch", was für ein Wort, was für eine Poesie! Dumm ist nur, daß sich auf "Sittenstrolch" so wenige Wörter reimen [1]. Allein des Wortes wegen wollte ich seit früher Jugend ein Sittenstrolch werden, aber dazu braucht's 1 Ehrgeiz, den ich nicht habe. Säufts.




[1]   "Molch" vergessen wir ganz schnell, "Dolch" ist auch nicht gut, geht aber zur Not. Hypsch ist dagegen der Wort-Binnenverdreher "Strottensilch".

Montag, 13. März 2017

Obazda im Schloßpark

Es kommt vor, daß ich in einen Laden gehe und dort etwas kaufe, vor allem dann, wenn mein Butler krank oder anderweitig verhindert ist.
Diesmal hatte ich unter anderem einen Obazden der Marke Chiemsee gekauft. Als ich mich anschickte, ein Schwarzbrot erst mit Margarine, dann mit Obazdem für den Butler zu bestreichen, fiel mir auf, daß der Obazde gar nicht vom Chiemsee kam, sondern vom Cremisee, wo immer der Cremisee liegt.

Und dann war da noch dieses Bild.

Was aussieht wie eine Comicfigur ist der Park vor Schloß Herrenchiemsee, vom Satelliten aus gesehen.
Natürlich grinst der Comic-Hund wie nicht gescheit, hat ihn doch GOtt, der Herr, ins Land des Obazden geschickt und nicht dorthin, wo man mangels südlicher Küche Labskaus mampfen muß.

Dienstag, 7. März 2017

Vatteilafinga

Vorhin ha ick ma lustich jemacht über de Motta. Dit hat de Motta nich verdient. Mach ich mich ebent lustich üba den Vatta.

Frigides Elternteil


Montag, 6. März 2017

Deutschland - Ausland

Ich habe neulich mit meinem Sohn gesprochen, dem Molekularmediziner, nicht dem Journalisten. Überm Diskutieren sind wir schließlich ins Blödeln gekommen, aus dem man normalerweise zwanglos wieder zurück kommt ins ernsthafte Diskutieren. Mag sein, daß dann das Gespräch... wie drück ich's aus?... assoziativer geworden ist. Ernsthafte Leute sagen gerne auch "kreativer".
Wie auch immer, mein Sohn meinte plötzlich, man sollte Deutschland in Ausland umbenennen. Plötzlich gäb's in Deu... äh Ausland nur noch Ausländer, keiner wäre mehr diskriminiert. Ob du aus Syrien kommst, aus der Türkei, du gehörst dazu, sogar die Österreicherin wäre dann mit einem Male unsere Bruderin. Integrierter kann keiner sein als ein Ausländer in Ausland.
Wir kamen dann drauf, daß man die Sache natürlich auch umdrehen könnte. Wir definieren alles, was nicht Deutschland ist als Ausland. Das würde die zwischenmenschliche Kommunikation ungemein erleichtern, denn es gäbe dann nur noch zwei Sprachen, Deutsch und Ausländisch. Und man könnte Ausländer in alle Himmelsrichtungen abschieben, denn überall wäre Ausland und im Ausland ist der Ausländer ja daheim. Logisch.
Vielleicht kennt einer noch Karl Valentins Diktum: "Fremd ist der Fremde nur in der Fremde."

Und damit muß ich Schluß machen, ich muß mir dringend andere neue Sachen ausdenken, mit denen ich die Welt retten könnte.

Sonntag, 5. März 2017

Ein Künstlerleben

Was ich Ihnen heute erzählen möchte, ist so uner­hört, so ab­solut un­glaublich, daß nur die wenigsten diese Geschichte am Ende glauben werden.
Auguste Comptoir war zwölf, als er zum ersten Mal seine erstaunli­che Bega­bung an sich bemerkte. Der Zweite Weltkrieg war vorbei, die Deutschen vertrieben und mit den durchzie­henden Amerikanern war der Kaugummi nach Frankreich gekom­men. Gegeben hatte es ihn na­türlich schon zuvor, aber nur in den großen Metropo­len Frankreichs, wie etwa Pa­ris oder ... nur in Paris. Das änderte sich nun und Kaugummikauen wurde auch in der französi­schen Provinz sehr beliebt.
Auguste Comptoir machte keine Ausnahme. Er kaute, wann im­mer er weit genug vom elterlichen Wohnhause und damit dem miß­billigenden Auge des Vaters entfernt war. Eines Tages saß Auguste auf einem Mauerrestchen und kaute, als Anne-Marie vorbeikam und ihm zulächelte. Anne-Marie war Augustes er­ste Liebe und im damaligen Stadium ih­rer Bezie­hung konnte er es sich nicht leisten, einfach sitzen zu bleiben, um weiter an sei­nem Gummi zu kauen. Andererseits wollte er seinen eben erst eingeschobenen Pfefferminzstrei­fen nicht einfach wegwerfen.
Er schob also die elastische Kugel in den Mundwinkel und ging auf Anne-Ma­rie zu. Kam mit dem Mädchen in's Gespräch und plauderte mit ihr über dies und das, während sie die Dorfstraße hinunter und wieder hinauf gingen. Ir­gendwann im Verlaufe des Geplauders muß er dann den Kau­gummi aus den Mundwinkeln wieder hervorge­holt und weitergekaut haben - ohne deshalb sein Aus­schreiten neben Anne-Marie einzustel­len.
Erst als er sich von Anne-Marie mit einem pfefferminzduf­tenden Kuß verabschiedet hatte, traf ihn die Erkennt­nis wie ein Keulenschlag: Er hatte tatsächlich drei vonein­ander un­abhängige Dinge zur gleichen Zeit getan - kauen, sprechen und ge­hen. Fast hätte Auguste vor Schreck das Gleichgewicht verloren.
Nachdenklich ging er an diesem Tag nachhause, wobei er zu­vor den Kaugummi sicherheitshalber ausspuckte. In der Folgezeit trainierte Auguste seine unglaubliche Fä­higkeit systematisch und war mit 16 Jahren soweit, daß er in ei­ner Schulaufführung mit einer artistischen Übung brillie­ren konnte, dergestalt, daß er über die Bühne gehend ein Brot verzehrte und dabei dem Publikum zuwinkte.
Der Vater eines Mitschülers, zufäl­ligerweise Agent für Varieté-Künst­ler, entdeckte Auguste an diesem Abend und verschaffte ihm drei Jahre später ein Enga­gement an einem erstklassigen Va­rieté, später dann in einem renommierten Zirkus. Es kam, wie es kommen mußte: Auguste wurde erst bekannt, dann be­rühmt und schließlich ein gefeierter Weltstar, der zwischen Auftritten in Paris und Las Vegas hin- und herpen­delte.
Im Alter von 63 Jahren bereitete ein erschreckendes Erleb­nis Augu­stes Karriere ein jähes Ende. Mit seiner Jugendfreundin Anne-Marie machte er einen klei­nen Spa­ziergang durch Paris, kaute, redete und setzte routi­niert einen Fuß vor den anderen. Als er dann plötz­lich an­fing, während des kaugummikauenden Sprechens im Gehen auch noch mit den Händen zu gestikulieren, kam er ins Stolpern, dann ins Fallen und plumpste schließlich in die Seine.
Anne-Marie hatte erhebliche Mühe, Auguste vor dem Ertrinkungstod zu bewahren und sich selbst vor dem Witwenstand. Auguste hat aus diesem Erlebnis seine Leh­ren gezogen. Er nahm seinen Abschied von der Bühne und genießt seither mit Anne-Marie einen beschaulichen Ruhe­stand.
Ich dachte mir schon, daß kein Schwein diese Geschichte glau­ben wird.
* * *

Ehe für alle? - Nein danke!

Derzeit macht sich die SPD für eine Initiative "Ehe für alle" stark. Noch ist es nicht soweit, die Chancen für eine Verwirklichung sind eher so lala.
Falls es aber zum Äußersten kommt, werde ich für mich persönlich um Dispens nachsuchen. Ich habe - anders als die vielen Drückeberger [1] -meinen Ehedienst für Volk & Vaterland bis fast zur Silberhochzeit abgeleistet. Hinzu kommt, daß ich in dieser Zeit 0,3 Kinder mehr gezeugt habe als der Durchschnitt.
Seit etlichen Jahren bin ich Witwer, eine zweite Ehe ist zwar (wie ein Leben ohne Mops) möglich aber nicht sinnvoll. Wie hat der Lindinger Opa 13 Jahre vor seinem Tod, im 80. Jahr stehend, gesagt: "Solange ich noch zwei gesunde Hände habe, kommt mir keine Frau mehr ins Haus."



[1]   Ich nenne keine Namen, aber ich kenne sie alle!

Freitag, 3. März 2017

Vorhersagen

Seinerzeit, als es die Beatles noch gab, habe ich prophezeit, es würden in zwanzig Jahren die Beatles völlig vergessen sein. Gut, daß ich dann doch nicht Musikkritiker geworden bin.
Das wäre voll peinlich geworden, ungefähr so, als hätte 1981 Bill Gates gesagt: "Mehr als 640 Kilobyte Arbeitsspeicher braucht kein Computer."
1895 meinte Lord Kelvin, Flugmaschinen, die schwerer sind als Luft seien physikalisch nicht möglich. Gut, daß Lord Kelvin kein Computererfinder war, sondern nur einer der größten Physiker seiner Zeit.

Donnerstag, 2. März 2017

Einfach denken, einfach schreiben

Als ich noch der Waldbauernbub war, habe ich Einführungen in die Psychoanalyse gelesen, weil ich mich an Freud selbst noch nicht herangetraut habe. Damals habe ich auch begonnen, mich für den Marxismus zu interessieren und ich habe Einführungen in den Marxismus gelesen, weil ich mich an Marx und Engels nicht herangetraut habe. In beiden Fällen habe ich die Erfahrung gemacht, daß diese sogenannten Einführungen wesentlich komplizierter waren als die Originalwerke. Der Anti-Dühring von Friedrich Engels gehört noch heute zu meinen Lieblingsbüchern. Und Freud hat ein Deutsch geschrieben, so klar, so elegant und dabei einfach, daß du weinen möchtest vor Freude. Es gibt heute einen "Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa". Der Preis wird nicht verliehen für hervorragende wissenschaftliche Forschungen, sondern für die sprachliche Gestaltung wissenschaftlicher Veröffentlichungen. Einstein hat seinen Aufsatz "Zur Elektrodynamik bewegter Körper" (das ist die Originalarbeit von 1905 zur Speziellen Relativitätstheorie) so geschrieben, daß du ihm folgen kannst (okay, bei der Mathematik beißt es dann aus, die beherrscht du entweder oder du beherrscht sie nicht). Das war ein Aufsatz für Fachkollegen, kein populärwissenschaftlicher Text. Der Text ist kompliziert, aber er ist nicht komplizierter als unbedingt notwendig.
François-Marie Arouet [1] hat mal geschrieben: "Ein Text, der einer Erklärung bedarf ist die Erklärung nicht wert."
Ich hab mal statt einer Einführung eine Ausführung geschrieben.




[1]   Als Arouet - mehr als hundert Jahre vor Erfindung des Autos - die Autobatterie erfunden hatte, verlieh ihm die Academie franzé den Ehrentitel Voltaire.

Mittwoch, 1. März 2017

Breaking News (Nachrichten zum Kotzen)

Beim Politischen Aschermittwoch der SPD ist unerwarteterweise der lange verschollen geglaubte Zwillingsbruder von Martin Schulz aufgetaucht.
Martin Schulz war mehrere Minuten lang über alle Maßen gerührt. Als der wiedergefundene Zwillingsbruder jedoch Anspruch auf den Posten des SPD-Kanzlerkandidaten erhob, verfinsterte sich Martin Schulzens Miene sichtlich.

Immer das Gschiß mit der Familie.

Haß und Selbsthaß

Das ist das Schöne an uns Deutschen, wir sind haß-autark. Wenn grad keine Ausländer zur Hand sind, dann hassen wir halt unsere eigenen Landsleute. Die einen hassen die Sachsen, die andern die Schwaben und der gottverfluchte Rest uns Niederbayern.
Ein Mynchner ([1]) Gedicht geht so:
Heid auf dNacht
Wera Preißnfleisch mog,
Soi kemma de Dog.



[1]   Lache nicht, der du zum Lachen ansetzt. König Ludwig I. war noch viel verrückter als sein Enkel Ludwig II., und das auf 1 viel unsümpathischere Weise als Ludwig II., dem einzig wahre Kine.
Ludwig I. war ein großer Freund der Griechen, sein Sohn Otto war übrigens der erste griechische König der Neuzeit. Das Y galt Ludwig als der griechischste Buchstabe überhaupt. Das vordem mit "i" geschriebene Baiern wurde unter seiner Regentschaft zu Bayern, und wird heute noch so geschrieben. Ludwig plante, München in Mynchen umzubenennen. Wegen Lola Montez, Bierpreis und überhaupt Revolution 1848 kam er nicht mehr dazu. Manchmal ist eine Revolution halt doch zu was gut.
Ludwig I. von Bayern, dieser Kretin, war ein Franzosen- und Napoleonhasser der Sonderklasse. Napoleon hat Ludwigs Vater Franken geschenkt und ihm - ohne die mindeste Legitimation nach dem alten Adelskomment - den Titel "König" verliehen. Ludwig, der Kretin, hat, als er nach dem Tod des Vaters dessen Erbe antrat, weder Franken in die Unabhängigkeit entlassen ("Frei statt Bayern";) noch den Titel "König" als widerlich napoleonisch zurückgewiesen.
Aber immerhin - wir verdanken es Ludwig I., daß Heinrich Heine auch nach seiner kurzen Zeit in München sich weiter zu einem der größten Dichter deutscher Sprache entwickelte und nicht vergoethelte.
http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/2009/02/heine-als-allejorische-fijur-so-ne-art.html

Pflugscharen und Schwerter

Schwerter zu Pflugscharen - Das Schöne an der Bibel ist, daß man in ihr nicht nur alles, sondern auch das genaue Gegenteil findet:
Macht aus euren Pflugscharen Schwerter und aus euren Sicheln Spieße! (Joel, 3:10)